Ein Versprechen, das ihn Hunderttausende kosten könnte – und Ermedin Demirovic steht dazu.
Samstagabend, nach dem Abpfiff gegen den BVB: Ermedin Demirovic hatte wenig zu lachen. Die Niederlage saß tief. Doch nur vier Tage zuvor hatte der 28-jährige VfB-Stürmer noch in einem ganz anderen Gefühlsrausch gesteckt – als Bosnien die WM-Qualifikation perfekt machte und ein ganzes Land aus dem Häuschen war. „Es war unfassbar, ein Moment für die Ewigkeit. Die Bilder, wie fröhlich die Menschen waren. Da merkst du, welche Euphorie du entfacht hast. Wir waren morgens um 3 oder 4 Uhr in der Stadt, da waren gefühlt noch 150.000 Menschen auf der Straße. Das bleibt für die Ewigkeit.“
Demirovics Freibier-Versprechen
Und mit dieser Nacht bleibt auch ein Versprechen. Vor der Qualifikation hatte Demirovic angekündigt, im Erfolgsfall ganz Stuttgart mit Freibier zu versorgen. Eine Ansage, die nicht nur Begeisterung auslöste. „Da musste ich mir zuhause einiges anhören, weil es gegen meinen Lebensstil ist. Ich trinke selbst nie Alkohol, will aber auch keine Spaßbremse sein. Wir werden eine Lösung finden, damit alle auf ihre Kosten kommen.“
Wie diese Lösung aussehen soll, deutet der Torjäger zumindest an. „Das ist alles in Planung. Ich bin mit dem Klub im Austausch, dass wir da was organisieren müssen. Das ist aber nicht so einfach, weil es auch rechtliche Sachen gibt, die man beachten muss. Ich habe das nicht vergessen, drücke mich nicht davor. Ich werde mein Wort halten.“
Teure Rechnung droht
Sein Wort könnte ihn teuer zu stehen kommen. Die MHP Arena Stuttgart fasst rund 55.000 Heimfans – bei einem Durchschnittspreis von etwa fünf Euro pro Getränk käme auf Demirovic eine Rechnung von rund 275.000 Euro zu. Eine mittlere sechsstellige Summe.
„Die WM ist etwas ganz Großes. Ich habe als Kind davon geträumt, aber es war immer weit weg. Es ist unvorstellbar, welche Vorfreude im ganzen Land herrscht. In Deutschland ist es normal, bei einer WM dabei zu sein. Für uns ist es gefühlt wie ein Titel.“