Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Tierschutzskandal

Brutale Säuberung: Drei Millionen Hunde sollen für WM 2030 sterben

Brutale Säuberung: Drei Millionen Hunde sollen für WM 2030 sterben
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Millionen Fans, ein globales Fest – doch hinter den Kulissen der WM 2030 spielt sich ein stilles Massensterben ab.

Die Männer-Fußballweltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko steht vor der Tür – und bereits vier Jahre später soll das globale Spektakel in Marokko, Portugal und Spanien fortgesetzt werden. Kein anderes Sportereignis bewegt die Welt in ähnlichem Ausmaß. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die Ausrichternationen, ebenso wie deren eigene sportliche Ambitionen.

Doch schon 2025 schlugen erste Tierschutzverbände und Medien Alarm: In Marokko soll es zu massiven Tötungsaktionen gegen Straßentiere gekommen sein – in erster Linie Hunde, vereinzelt aber auch Katzen und andere Tiere. Schätzungen zufolge könnten im Vorfeld der WM 2030 bis zu drei Millionen streunende Hunde ihr Leben verlieren.

Marokkos gebrochenes Versprechen

Nun melden sich diverse Tierschutzorganisationen mit Blick auf das Turnier in Marokko zu Wort. Hatte die WM 2022 in Katar vor allem wegen Menschenrechtsverletzungen für internationale Empörung gesorgt, rückt diesmal eine andere betroffene Gruppe in den Mittelpunkt: Straßentiere. Offenbar werden sie in großer Zahl für ein vermeintlich „sauberes“ Stadtbild getötet – trotz anderslautender Zusicherungen des Gastgeberlandes.

Laut offiziellem Evaluierungsbericht der FIFA vom 29. November 2024 hatte Marokko im Zuge der WM-Bewerbung sein Engagement für den Tierschutz hervorgehoben und zugesichert, dass seit August 2024 die Tötung von Tieren im Land verboten sei. Zudem sollten staatliche Mittel für den Ausbau von Kliniken sowie Hilfsprogramme für streunende Hunde bereitgestellt werden.

Berichten zufolge werden die Tiere erschlagen, vergiftet, erschossen und verbrannt. Organisationen wie PETA appellieren deshalb an die FIFA, „sich gegen das von Marokko geplante Töten von Straßenhunden und für eine tierfreundliche Lösung einzusetzen“. Was eine solche Lösung konkret bedeuten könnte, bleibt dabei offen.

Streunende Hunde sind in Marokko – wie in zahlreichen anderen Ländern – seit Langem ein gesellschaftliches Problem. Als potenzielle Überträger von Krankheiten wie der Tollwut stellen sie ein reales Gesundheitsrisiko dar, Bissvorfälle sind keine Seltenheit. In Rumänien etwa hat sich aus ähnlichen Verhältnissen heraus eine regelrechte „Catch-&-Kill-Industrie“ entwickelt.

Der Staat zahlt dort für das Fangen und Töten von Straßentieren, spezialisierte Privatunternehmen kassieren pro Tier. Tierschützer kritisieren solche Praktiken seit Jahren – zumal es nachweislich wirksamere Alternativen gibt.

Wirkungslose Tötungsaktionen

Großangelegte Kastrationsprogramme haben in mehreren europäischen Ländern bereits Erfolge gezeigt. Bis zur WM 2030 sei noch ausreichend Zeit, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten, mahnt die Eurogroup for Animals – zumal die massenhaften Tötungen nicht nur grausam, sondern schlicht wirkungslos seien.

Der Effekt bei solchen Aktionen sei „maximal ein kurzfristiger“, erklärt Luca Secker, Fachreferentin für Auslandstierschutz beim Deutschen Tierschutzbund. „Neue Hunde nehmen die Plätze der getöteten Tiere ein, weil Hunde aus angrenzenden Gebieten einwandern und mehr Jungtiere überleben, die den frei gewordenen Lebensraum und Ressourcen wie Futter nutzen können.“

Hinzu kommt: Marokko hat sich im Zuge seiner WM-Bewerbung ausdrücklich zum Tierschutz bekannt – ein zentrales Versprechen gegenüber dem internationalen Fußballverband. Aus Sicht der Tierschutzbewegung wird dieses Versprechen gegenwärtig gebrochen.

Die Forderungen richten sich nun an die FIFA sowie an die großen Sponsoren des Turniers, das Gastgeberland in die Pflicht zu nehmen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen