Millionen mehr, Jahre Verzug, grobe Verfahrensfehler: Österreichs Black-Hawk-Flotte wird zum teuren Sorgenkind des Bundesheers.
In einem heute veröffentlichten Prüfbericht übt der Rechnungshof scharfe Kritik an der Modernisierung von neun Black-Hawk-Hubschraubern sowie an der Beschaffung von drei weiteren Geräten für das österreichische Bundesheer. Die Gesamtkosten für Ankauf und Modifikation stiegen um 17 Prozent auf 125,85 Millionen Euro – obwohl ursprünglich Gesamtfestpreise vereinbart worden waren. Konkret erhöhte sich die Summe um 18,36 Millionen Euro, von 107,49 auf 125,85 Millionen Euro.
Verfahrensfehler & Verzögerungen
Erhebliche Mängel ortet der Rechnungshof auch im Vergabeverfahren selbst. Das erste Verfahren zur Modifikation, das im Jahr 2017 eingeleitet worden war, musste wegen „grober, vermeidbarer Verfahrensfehler“ widerrufen und anschließend neu aufgesetzt werden. Im Zuge der Beschaffung kam es darüber hinaus zu insgesamt neun Vertragsänderungen.
Als weiteren Kritikpunkt hält das Prüforgan fest, dass sich der Abschluss der Modifikationsarbeiten an der bestehenden Flotte um fünf Jahre verzögert hat – und das, wie es im Bericht heißt, „trotz dringenden Bedarfs“. Auch die Lieferung der drei zusätzlichen Transporthubschrauber verschob sich erheblich: Statt wie ursprünglich vorgesehen im Dezember 2022 sollen die Geräte nun erst im August 2026 in Österreich eintreffen.
Weitere Problemfelder
Neben den Verzögerungen und Kostensteigerungen weist der Rechnungshof auf zwei weitere Problemfelder hin. Zum einen sei die Zahl der verfügbaren Pilotinnen und Piloten nach wie vor unzureichend.
Zum anderen sieht das Prüforgan auch im Bereich der Korruptionsprävention deutlichen Nachholbedarf.