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Corona-Impfstoff könnte Virusübertragung verhindern

(FOTOS: Biontech, iStockphoto)

Lange Zeit war unklar, ob RNA-Impfstoffe neben der Erkrankung COVID-19 auch die Übertragung des Coronavirus verhindern können. Neue Studien deuten nun sehr stark darauf hin.

Bereits länger war bekannt, dass die Corona-Impfstoffe – sowohl die Vektor-Vakzine von AstraZeneca, als auch die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna – den Ausbruch der Erkrankung COVID-19 verhindern können. Allerdings war bisher noch nicht klar, ob man trotz Impfung auch weiterhin (symptomlos) ansteckend sein kann, sprich: Ob auch die Übertragung des Coronavirus durch eine Vakzine verhindert werden kann. Zumindest was die mRNA-Impfstoffe – oder konkreter gesagt der Biontech/Pfizer Vakzine – angeht, scheint es jetzt jedoch positive Signale in diese Richtung zu geben.

Beweis noch ausständig
DerCEO von Pfizer, Albert Bourla, sprach gegenüber der irischen Zeitung „The Journal“ von „ermutigenden“ Daten: Im Tierversuch konnte man die Verhinderung einer Ansteckung bereits nachweisen. Beim Menschen sei das noch nicht ganz fix, Beweise würden noch fehlen. Mehr konkrete Daten erwartet Bourla für Februar.

Die britischen Zeitungen „The Sun“ und „Mirror“ reagierten bereits auf Bourlas Aussagen mit entsprechenden Berichten. Allerdings ist es noch zu früh, um von einem Durchbruch zu sprechen. Die Signale mögen zwar ermutigend sein, einen Beweis werden aber erst überprüfbare Studienergebnisse liefern können.

Alternative Meinungen: Krankheit verhindern, aber nicht Infektion
Anna Durbin von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health erwartet, dass Impfstoffe asymptomatische Infektionen reduzieren können, aber nicht komplett unterbinden werden: „Die meisten Impfstoffe verhindern Krankheiten – im Gegensatz zu Infektionen.“

Das ist laut bisherigen Untersuchungen etwa auch beim Impfstoff von AstraZeneca der Fall: Er reduziert die Fälle von asymptomatischen Infektionen, setzt sie aber nicht auf null. Rajesh Gandhi von der Harvard Medical School in Boston hält diesen Teilschutz dennoch für „entscheidend“, da in vielen Fällen die Übertragung des Coronavirus über asymptomatische Patienten ablaufe. Frühere Studien gingen von bis zu 80 Prozent asymptomatischer Übertragungen aus. In der Zwischenzeit geht man von einem deutlich niedrigeren Wert, nämlich 20 Prozent, aus.

Quellen und Links:

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