Direkt neben einer Kinderkrippe in Wien-Neubau soll am helllichten Tag offen gedealt worden sein – eine Anrainerin hat genug.
Eltern bringen ihre Kleinkinder in die Betreuung – Rucksack auf, schnell noch ein Abschiedskuss. Doch nur wenige Meter entfernt soll sich in der Bernardgasse in Wien-Neubau eine völlig andere Szene abgespielt haben. Eine Leserin wandte sich an „Heute“ und schilderte, was sie dort beobachtet haben will: Zwei Männer stehen neben einer Parkbank auf dem Gehsteig. Einer hält offenbar Ausschau, während der andere mit einer kleinen Waage und mehreren Päckchen hantiert.
Laut der Zeugin wurde dort am helllichten Tag offen Ware abgewogen und gegen Geld getauscht. Das Wohngebiet, das eigentlich als ruhig gilt, wurde erst vor Kurzem umgestaltet: Grünflächen, Sitzbänke und kleine Verweilbereiche sollten den Platz für die Anrainerschaft aufwerten. Doch laut der Leserin wird der Bereich mittlerweile regelmäßig von Dealern und Obdachlosen frequentiert.
Dreistigkeit vor Krippe
Die 28-jährige Wienerin Clara M. (Name geändert) lebt in der Nähe und schildert, den Vorfall persönlich miterlebt zu haben. „Ich habe zuerst gedacht, ich sehe falsch. Eltern gehen mit ihren Kindern in die Krippe – und daneben wird einfach mit Drogen gedealt“, erzählt die Büroangestellte. Besonders schockiert habe sie die Nähe zur Betreuungseinrichtung.
„Die haben überhaupt nicht versucht, sich zu verstecken“, berichtet sie gegenüber „Heute“. „Einer schaut herum, der andere wiegt die Ware ab – als wäre das das Normalste der Welt.“ Genau das habe sie dazu bewogen, ihre Beobachtung zu melden.
Mitten im Bobo-Bezirk
„Dass so etwas direkt neben einer Kinderkrippe passiert, macht mich wirklich wütend“, sagt Clara M. Dass sich der mutmaßliche Drogendeal ausgerechnet in Wien-Neubau abgespielt haben soll, sorgt bei der Anrainerin für zusätzliches Unverständnis. „Viele glauben, solche Szenen gibt es nur in klassischen Problemgegenden“, sagt Clara M. „Aber hier passiert das mitten im Bobo-Wohnbezirk.“