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„Die verschissene Zeit“ gastiert im Kosmos Theater

Die_verschissene_Zeit
Moritz Wallmüller, Imre Lichtenberger Bozoki

Barbi Markovićs „Die verschissene Zeit“ erobert die Bühne: Eine bittersüße Zeitreise ins Belgrad der 90er Premiere in den Startlöchern: Regisseur Imre Lichtenberger Bozoki bringt den Poproman mit einem dezidiert migrantischen Ensemble auf die Bühne.

Barbi Markovićs vielbeachteter Poproman „Die verschissene Zeit“ wird zur packenden Theaterinszenierung. Die Koproduktion, unter der Regie des in Novi Sad geborenen Imre Lichtenberger Bozoki, verspricht einen wilden Genre-Mix aus Coming-of-Age, Krimi und Science-Fiction, der tief in die absurde und traumatisierende Ära der 1990er-Jahre in Belgrad eintaucht.

Geschichte einer verlorenen Generation

Die Erzählerin Vanja, ihr Bruder Marko und Kasandra aus der Roma-Siedlung wachsen in den trostlosen Betonburgen von Banovo brdo auf. Marković fängt das Gefühl einer Generation ein, die im zerfallenden Jugoslawien in einem Teufelskreis aus Armut, Verrohung, Gewalt und Perspektivlosigkeit gefangen ist. Die Inszenierung, deren Textfassung Marković gemeinsam mit Dramaturgin Anna Laner erarbeitete, ist ein „Erinnerungsexperiment“.

Die Bühne wird zum Schauplatz für skurrile und gefährliche Begegnungen: Verbitterte Menschen, Street-Gangs, strunzdumme „Diesler“, eine pensionierte Balkan-Pop-Ikone und sogar eine nur halbwegs funktionierende Zeitmaschine mischen die Handlung auf. Im Kern steht die bittere Erkenntnis, dass die Erwachsenen in dieser „verschissenen Zeit“ so ziemlich alles falsch gemacht haben.

Ein bewusst migrantischer Cast

Regisseur Imre Lichtenberger Bozoki erklärt, was ihn trotz anfänglicher Scheu vor dem dunklen Kapitel der 90er-Jahre zur Umsetzung bewogen hat: „Die Leichtigkeit, der Humor, die Lässigkeit und die bittersüße Note, mit der Barbi über dieses dunkle Kapitel schreibt.“ Ebenso entscheidend war die bewusste Entscheidung für einen dezidiert migrantischen Cast mit Bezug zu dieser Zeit und Mentalität. Das Ensemble vereint unter anderem:

Simonida Selimović (Schauspielerin und Roma-Aktivistin) in der Rolle der Kasandra, deren Besetzung auch die Sichtbarkeit der Roma auf der Bühne erhöhen soll. Aleksandar Petrović, bekannt aus „Die Migrantigen“. Die Musikerin und Komponistin Jelena Popržan.

Selimović betont ihre persönliche Verbindung zum „Jugo-Kontakt“ in Wien: „Wir waren nicht einfach nur die ‚Tschuschen‘, die Ausländer*innen oder Unerwünschten – das Coole war: wir hatten einander. Es gab unter uns keinen Rassismus, keine Ausgrenzung.“

Jelena Popržan, verantwortlich für Komposition und musikalische Leitung, sieht in der Inszenierung auch eine Auseinandersetzung mit den „Kultur Phänomenen“ der 90er. Sie erinnert sich, wie in ihrer Heimatstadt Zrenjanin der Turbofolk als „No-Go“ und Spiegel nationalistischer Bestrebungen galt, während sie und ihre Peers im Rock Widerstand suchten.

Die Live-Musik wird von Jelena Popržan, Vladimir Kostadinovic und Imre Lichtenberger Bozoki selbst beigesteuert, was der Aufführung eine zusätzliche, authentische Ebene verleiht.

Event-Ankündigung

Wo? Kosmos Theater, Siebensterngasse 42, 1070 Wien
Premiere: Donnerstag, 11. Dezember 2025, Beginn: 20:00 Uhr
Samstag, 13. Dezember 2025, Beginn: 20:00 Uhr
Dienstag, 16. Dezember 2025, Beginn: 20:00 Uhr
Mittwoch, 17. Dezember 2025, Beginn: 20:00 Uhr, Einführungsgespräch um 19:00 Uhr
Donnerstag, 18. Dezember 2025, Beginn: 20:00 Uhr, Publikumsgespräch im Anschluss
Freitag, 19. Dezember 2025, Beginn: 20:00 Uhr
Samstag, 20. Dezember 2025, Beginn: 20:00 Uhr
Donnerstag, 8. Jänner 2026, Beginn: 20:00 Uhr
Freitag, 9. Jänner 2026, Beginn: 20:00 Uhr
Samstag, 10. Jänner 2026, Beginn: 20:00 Uhr