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Gehaltsunterschiede

Gehaltskluft schockiert: Warum Salzburgs Pflegekräfte am wenigsten verdienen

PFLEGEHEIM
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Salzburgs Pflegekräfte stehen am unteren Ende der Gehaltsskala. Mit durchschnittlich 49.200 Euro brutto jährlich verdienen sie deutlich weniger als ihre Kollegen in anderen Bundesländern.

Der Rechnungshof hat in seinem aktuellen Einkommensüberblick deutliche Gehaltsunterschiede zwischen den österreichischen Bundesländern aufgedeckt. Die alle zwei Jahre erscheinende Analyse des Österreichischen Rechnungshofs schlüsselt die Gehälter nach verschiedenen Branchen und regionalen Gesichtspunkten auf. Besonders auffällig: Pflegekräfte in Salzburg beziehen im bundesweiten Vergleich die niedrigsten Gehälter. Konkret verdient eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson in Salzburg durchschnittlich 49.200 Euro brutto pro Jahr.

Zum Vergleich: In Wien liegt dieser Wert bei 55.000 Euro, während Vorarlberg mit 56.300 Euro die Spitzenposition einnimmt. Der Rechnungshof betont dabei, dass es sich um Durchschnittswerte handelt, die je nach spezifischer Tätigkeit, Qualifikationsniveau und Berufserfahrung erheblich schwanken können. Auch unterschiedliche Kollektivverträge und Zulagenregelungen in den einzelnen Regionen beeinflussen die Gehaltshöhe.

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Politische Reaktionen

Die Salzburger Landesregierung plant Einsparungen im Pflegesektor, was die grüne Landtagsfraktion zum Anlass nahm, die Gehaltssituation in dieser Branche genauer zu untersuchen. Für die Grünen sind die Ergebnisse besorgniserregend. Die grüne Gesundheitssprecherin Martina Berthold warnt: “Wenn wir Pflegekräfte halten und neue gewinnen wollen, müssen wir konkurrenzfähige Gehälter bieten.”

Unterschiedliche Interpretationen

Die FPÖ sieht die Interpretation der Zahlen durch die Grünen kritisch. Klubobmann Marokovits verweist auf aktuelle Stellenangebote, in denen Pflegekräften ein monatliches Bruttogehalt von bis zu 3.500 Euro in Aussicht gestellt wird. “Das entspricht einem Jahresgehalt von 49.000 Euro – das ist also nicht unterdurchschnittlich”, argumentiert Marokovits. Er gibt zudem zu bedenken, dass zahlreiche Faktoren wie Zulagen oder Dienstalter in den vom Rechnungshof ermittelten Durchschnittswerten nicht ausreichend berücksichtigt seien.

Der vollständige Einkommensbericht des Rechnungshofs kann online eingesehen werden.