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Datensammler

Digitaler Spion im Wohnzimmer: So verdienen TV-Hersteller an Ihren Daten

Digitaler Spion im Wohnzimmer: So verdienen TV-Hersteller an Ihren Daten
(Foto: iStockphoto)
3 Min. Lesezeit |

Ihr Smart-TV ist längst kein Unterhaltungsgerät mehr, sondern ein digitaler Spion im Wohnzimmer. Die Hersteller verfolgen dabei eine klare Strategie.

Moderne Fernsehgeräte dienen heute primär als Werbeplattformen statt als reine Unterhaltungsgeräte. Die Hersteller von Smart-TVs mit integrierter Computertechnologie optimieren ihre Geräte zunehmend für personalisierte Werbung – je mehr Daten über den Zuschauer gesammelt werden können, desto gewinnbringender lässt sich der Werberaum vermarkten. Krone+ erklärt, wie Sie die Kontrolle über Ihren digitalen Mitbewohner zurückgewinnen können.

Wer heute einen Smart-TV erwirbt und einschaltet, wird von einer vielfältigen Benutzeroberfläche begrüßt, die sowohl klassisches Fernsehen als auch diverse Streaming-Dienste – kostenpflichtige wie kostenlose – zugänglich macht. Für die Hersteller dieser Geräte steht jedoch ein anderer Aspekt im Vordergrund: Sie betrachten den Bildschirm als lukrative Werbefläche, die an den meistbietenden Werbekunden vergeben werden kann.

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Werbeökosystem Smart-TV

Bei Branchenveranstaltungen wie der kürzlich in einem Luxushotel in Denver abgehaltenen StreamTV Show dominierte das Thema „Werbeökosystem Smart-TV“ die Diskussionen. Die Äußerungen führender Industrievertreter deuten darauf hin, dass Konsumenten künftig nicht mit weniger Werbung rechnen können. Krone+ informiert sowohl über die Werbepläne der Fernsehproduzenten als auch über Möglichkeiten, wie Nutzer ihre Smart-TVs effektiv kontrollieren können.

Interessenkonflikt

In der Branche zeichnet sich ein grundlegender Interessenkonflikt ab – zwischen Herstellern, die sich zunehmend von den Bedürfnissen ihrer Kunden entfernen, und Fernsehkäufern, die schlicht und einfach fernsehen möchten.

Datensammlung im Sekundentakt

Was viele Verbraucher nicht wissen: Führende Hersteller wie Samsung und LG sammeln Daten nicht nur beim Streaming, sondern auch bei der Nutzung externer Geräte. Mittels Automatic Content Recognition (ACR) werden regelmäßig Screenshots des Bildschirms erstellt – bei Samsung etwa alle 500 Millisekunden, bei LG sogar alle 10 Millisekunden – und an die Herstellerserver übertragen. Dies betrifft auch Inhalte, die über HDMI-Anschlüsse von Spielkonsolen oder Blu-ray-Playern abgespielt werden.

Die erfassten Daten umfassen neben den Sehinhalten auch IP-Adresse, Standort, Werbe-ID sowie persönliche Angaben wie Geburtsdatum und E-Mail-Adresse. Ziel ist ein detailliertes Profil Ihrer Sehgewohnheiten, das für personalisierte Werbung genutzt wird.

Rechtliche Situation in Europa

In der EU unterliegen diese Praktiken zwar der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die Transparenz und Einwilligung vorschreibt. Dennoch kritisieren Datenschutzexperten, dass viele Smart-TVs gegen diese Vorschriften verstoßen. Die Datenschutzbestimmungen seien oft intransparent gestaltet, sodass Nutzer kaum nachvollziehen können, welche ihrer Daten tatsächlich erfasst und wie sie verarbeitet werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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