Rechtsextremer Aufmarsch in Wien sorgt für Spannungen: Vermummte stören mit Blockaden und Eierwürfen, während die Polizei mit Großaufgebot einschreitet und 48 Personen festnimmt.
Am Samstag fanden in Wien mehrere Demonstrationen statt, darunter der alljährliche Aufmarsch rechtsextremer Gruppierungen am letzten Juli-Samstag, der wie üblich von Gegendemonstrationen begleitet wurde. Während des Demonstrationszugs vom Dr.-Karl-Lueger-Platz versuchten vermummte Personen mehrfach, den Ablauf zu stören. Die Wiener Polizei musste in der Wollzeile, an der Brandstätte sowie in der Wipplingerstraße insgesamt drei Sitzblockaden auflösen. Im Bereich Wipplingerstraße/Schwertgasse wurden zudem vorübergehend Eier auf Teilnehmer der Kundgebung sowie auf Einsatzkräfte geworfen.
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Polizeibilanz veröffentlicht
Die Landespolizeidirektion Wien veröffentlichte am Abend eine Bilanz der Ereignisse. Um ein Zusammentreffen von Teilnehmern der verschiedenen Versammlungen zu verhindern, waren Polizeikräfte aus Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und dem Burgenland im Einsatz. Bei den Blockaden und wegen nicht feststellbarer Identitäten wurden 48 Personen vorläufig festgenommen. Zusätzlich erfolgten sechs Anzeigen nach dem Versammlungsgesetz.
In ihrer Mitteilung hob die Exekutive (Polizei) ihr „besonnenes Einschreiten“ hervor, durch das eine direkte Konfrontation zwischen den rivalisierenden Gruppierungen verhindert werden konnte.
Die öffentliche Ordnung und Sicherheit sei während des gesamten Einsatzes „durchgehend gewährleistet“ gewesen.
Hintergrund der Demonstrationen
Der rechtsextreme Aufmarsch wird seit 2023 maßgeblich von der Identitären Bewegung Österreichs organisiert, die regelmäßig unter dem Motto „Remigration“ demonstriert. Bei den Versammlungen erhalten die Organisatoren Unterstützung von rechtsextremen Gruppen und Hooligans aus mehreren europäischen Ländern. In den vergangenen Jahren wurden bei diesen Veranstaltungen auch Funktionäre der FPÖ sowie sogenannte Staatsverweigerer gesichtet.
Die Gegenproteste werden traditionell von linken Gruppierungen und der Kommunistischen Jugend organisiert, die jedes Jahr zu Gegendemonstrationen aufrufen. Die Polizei setzt bei diesen konfliktträchtigen Versammlungen regelmäßig ein großes Aufgebot an Einsatzkräften ein, um die rivalisierenden Gruppen zu trennen und gewaltsame Auseinandersetzungen zu verhindern.
📍 Ort des Geschehens