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Ermittlungen

Entführtes Baby tot aufgefunden – Mutter unter dringendem Tatverdacht

Entführtes Baby tot aufgefunden – Mutter unter dringendem Tatverdacht
FOTO: iStock/Andre Engelhardt
3 Min. Lesezeit |

**Ein toter Säugling, eine Mutter unter Verdacht – und eine Todesursache, die weiter im Dunkeln liegt.**

Das tote Kind war am Freitag nach einer mehrstündigen Suchaktion in einem Bereich mehrere Hundert Meter vom Wohnhaus der Mutter entfernt aufgefunden worden. Die Frau hatte gegenüber den Behörden angegeben, ihr Baby sei am späten Abend des Vortages in einem unbeobachteten Moment aus dem Kinderwagen verschwunden. **Die Polizei stellt nun unmissverständlich klar: „Im Zuge der bisherigen Ermittlungen konnten keinerlei Hinweise auf eine Entführung des Säuglings erlangt werden.“**

Bereits während der Suchaktion und nach dem Fund des Kindes hatten die Behörden den Begriff der Entführung konsequent zurückgewiesen. **Gegen die Mutter wird seither wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat ermittelt.**

Identität bestätigt

Über mehrere Tage hinweg blieb ungeklärt, ob es sich bei dem aufgefundenen toten Säugling tatsächlich um den vermissten drei Monate alten Buben handelte. **Laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft ist diese Frage inzwischen zweifelsfrei beantwortet: Die Identität des Kindes wurde durch einen DNA-Abgleich bestätigt.**

Trotz der am Dienstag durchgeführten Obduktion bleibt die Todesursache des Buben offiziell ungeklärt. Ob das Kind getötet wurde, durch einen Unfall ums Leben kam oder an plötzlichem Kindstod starb, ist weiterhin offen. „Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei dauern an“, teilten die zuständigen Behörden mit.

Laufende Ermittlungen

Die 13 Mitglieder der Ermittlungsgruppe „Wagen“ arbeiten nun daran, die noch offenen Fragen zu beantworten. **Das Landeskriminalamt erstellt nach Angaben der Staatsanwaltschaft mithilfe spezieller Vermessungen am Fundort der Leiche ein dreidimensionales Modell des Geländes**, um mögliche Abläufe rekonstruieren zu können. Parallel dazu werden mehrere eingegangene Zeugenhinweise ausgewertet.

Zur Rolle des Kindesvaters äußern sich Polizei und Staatsanwaltschaft bislang nicht. **Die Vermisstenanzeige war von beiden Elternteilen kurz vor Mitternacht am vergangenen Donnerstag erstattet worden.**

Im Zuge der Suchaktion waren neben 50 Polizeibeamten auch 40 Suchhunde des Deutschen Roten Kreuzes, Hubschrauber sowie Drohnen mit Wärmebildkameras im Einsatz. Kräfte verschiedener Rettungsdienste, darunter das DRK, sammelten sich zudem auf einem Parkplatz bei einem Lebensmittelmarkt, um die Suche zu unterstützen. Auch die Bereitschaftspolizei war an dem Einsatz beteiligt.

Die Stadt Renningen im Landkreis Böblingen liegt westlich von Stuttgart, rund 25 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen dem Verdacht nach, dass die Frau ihr drei Monate altes Kind selbst an dem Fundort abgelegt und eine Entführung lediglich fingiert haben könnte, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten.

Ob sich die Mutter zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen äußern wird, ist derzeit nicht bekannt.

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KO KOSMO-Redaktion
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