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HISTORISCH

Kriegsbeginn in Sarajevo: Erinnerungen einer Stadt (Video)

(Foto: Oslobodjenje)

In der Geschichte der bosnische Hauptstadt hat der 2. Mai eine einscheidende Bedeutung. Vor 25 Jahren wurde Sarajevo von der Armee der bosnischen Serben blockiert. Das war der Beginn eines andauernden Granatenbeschusses.

Die Kämpfe zwischen der Jugoslawischen Volksarmee (JVA) und der Territorialen Verteidunung begannen auf der Skenderija. Brennende Straßenbahnen, Granatenfeuer entlang Titos Straße (Titova ulica) und hunderte Menschen demonstrierten auf den Straßen. Ein chaotischer Zustand wurde in Sarajevo entfacht. In der Nacht zum 2. Mai 1992 fielen die ersten Granaten im Zentrum der Stadt. Diese Ereignisse werden auf der Plattform „Belagerung von Sarajevo“ dokumentiert. In vier verschiedenen Sprachen wird die Geschichte der bosnischen Hauptstadt dokumentiert, von der Frühgeschichte bis zum Krieg.

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In der Nacht vom 4. auf den 5. April haben proserbische Kräfte den Flughafen von Sarajevo eingenommen. Damit wurde die Stadt eingekesselt. Während der Belagerung starben etwa 11.541 Menschen.

 

Als die Jugoslawische Armee in einem frontalen Angriff das bosnisch-herzegowinische Staatspräsidium einnehmen wollte, wurde eine Verteidigung geformt. So konnte der erste Angriff abgewehrt werden.  Dann wurden die Stadtgrenzen zur Gänze verriegelt. Eine Flucht aus der Stadt war nur durch die organisierten und von den serbischen Belagerern kontrollierten Konvois möglich. Das ganze Kommunikationssystem brach zusammen, da die Telefone gekappt waren. Ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte wurde damit eingeleitet.

Es folgten Jahre ohne Wasser, Strom und kaum Nahrung. Täglich wurde ein Granatenmeer auf die Bürger der Stadt abgefeuert. 1425 Tage haben die Menschen in Sarajevo Todesängste durch stehen müssen. Sarajevo liegt in einem Kessel. 65 Kilometer lang waren die Linien auf den Hügeln rund um Sarajevo. Alle 600 Meter hatten die Serben Artillerie postiert.Täglich prasselten bis zu 300 Granaten auf die Stadt nieder, dennoch wurde sie nicht eingenommen. Die Ausrüstung der serbischen Einheiten reichte, um die Bevölkerung drei Jahre lang zu terrorisieren. Heute zählen sowohl der 2. als auch der 3. Mai zu den Gedenktagen des Widerstandes in Sarajevo.