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Finaleinzug

ESC-Sensation: Österreichs Kontertenor JJ erobert Basel mit Schiffs-Show

ESC-Sensation: Österreichs Kontertenor JJ erobert Basel mit Schiffs-Show
FOTO: EPA-EFE/GEORGIOS KEFALAS
4 Min. Lesezeit |

Mit einer spektakulären Schiffsinszenierung und perfekten Höhen erobert Österreichs Kontertenor JJ die ESC-Bühne in Basel und sichert sich einen Platz im großen Finale.

Österreich hat es ins Finale des Eurovision Song Contest 2025 geschafft. Beim zweiten Semifinale in Basel konnte sich der österreichisch-philippinische Kontertenor (männliche Singstimme mit besonders hohem Tonumfang) JJ (Johannes Pietsch) als sechster Teilnehmer des Abends für das große Finale am 17. Mai qualifizieren. Die Veranstaltung, die von Hazel Brugger und Sandra Studer moderiert wurde, fand vor rund 6.500 Zuschauern statt. Erstmals wurden die Finalisten in diesem Jahr ausschließlich durch das Publikumsvoting bestimmt.

JJs Auftritt beeindruckte mit einer aufwendigen Inszenierung, die in Schwarz-Weiß übertragen wurde. Der Künstler stand auf einer Schiffsattrappe, die sich im Rhythmus seines Songs „Wasted Love“ bewegte – zunächst langsam, dann zunehmend dynamischer. Die Performance wurde durch Lichteffekte und Konfetti ergänzt, während im Hintergrund eine Leinwand Wasserwellen zeigte, deren Intensität parallel zum Liedverlauf zunahm.

Den Abschluss bildete die Projektion mehrerer Leuchttürme, die sich zu einem vereinten. Trotz der anspruchsvollen Melodie meisterte JJ alle Tonlagen souverän, einschließlich der herausfordernden hohen Note am Ende. Ersten Berichten zufolge erhielt Österreich im Zuschauervoting eine der höchsten Punktzahlen des Abends, was die Erwartungen für das Finale deutlich steigen lässt.

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Qualifizierte Länder

Das zweite Halbfinale präsentierte Teilnehmer aus 18 Nationen: Australien, Montenegro, Irland, Lettland, Armenien, Großbritannien, Griechenland, Litauen, Malta, Georgien, Frankreich, Dänemark, Tschechien, Luxemburg, Israel, Deutschland, Serbien und Finnland. Zehn Länder qualifizierten sich für das Finale: Litauen mit Katarsis und „Tavo Akys“, Israel vertreten durch Yuval Raphael mit „New Day Will Rise“, Armenien mit PARG und „SURVIVOR“, Dänemark mit Sissal und „Hallucination“, Österreich durch JJ mit „Wasted Love“, Luxemburg mit Laura Thorn und „La Poupée Monte Le Son“, Finnland mit Erika Vikman und „ICH KOMME“, Lettland mit Tautumeitas und „Bur Man Laimi“, Malta mit Miriana Conte und „SERVING“ sowie Griechenland mit Klavdia und „Asteromáta“.

Das Finale am Samstag wird insgesamt 26 Acts umfassen. Neben den diesjährigen Teilnehmern hat der Schweizer Sender auch mehrere Stargäste angekündigt: Nemo (Schweiz 2024), Baby Lasagna (Kroatien 2024), Käärijä (Finnland 2023), Luca Hänni (Schweiz 2019), Gjon’s Tears (Schweiz 2020/2021), Destiny (Malta 2020/2021), Efendi (Aserbaidschan 2020/2021), The Roop (Litauen 2020/2021) und Jørgen Olsen von The Olsen Brothers (Dänemark 2000).

Balkan-Länder nicht weiter

Sechs Länder konnten sich nicht für das Finale qualifizieren: Australien mit Go-Jo und „Milkshake Man“, Montenegro mit Nina Zizic und „Dobrodošli“, Irland mit EMMY und „Laika Party“, Tschechien mit ADONXS und „Kiss Kiss Goodbye“ sowie Serbien mit Princ und „Mila“.

Österreichs Chancen im Finale

In der österreichischen Kulturszene wird JJs Performance bereits jetzt als innovativer Brückenschlag zwischen klassischem Gesang und zeitgemäßem Staging gewürdigt. Die seltene Kombination aus Kontertenor-Stimme und moderner Pop-Inszenierung gilt als besonderes Alleinstellungsmerkmal in der ESC-Geschichte. Auch im internationalen Fan-Voting taucht Österreichs Beitrag in den sozialen Medien und Vorab-Umfragen auffällig häufig unter den Favoriten auf.

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Experten sehen darin ein vielversprechendes Zeichen für das Finale am Samstag, da die ungewöhnliche Stimmfarbe eines männlichen Kontertenors in Verbindung mit der dramatischen Bühnenshow für hohe Merkfähigkeit beim Publikum sorgt – ein entscheidender Faktor beim ESC-Voting.

Kontroverse um Israel

Der Auftritt der israelischen Sängerin Yuval Raphael, die den Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 überlebte, sorgte für Kontroversen. Während ihrer Darbietung von „New Day Will Rise“ waren deutliche Buhrufe aus dem Publikum zu vernehmen, wie Videoaufnahmen einer Zuschauerin belegen – ein Zeichen für die angespannte Atmosphäre rund um Israels Teilnahme.

Vergangenes Wochenende forderten 72 ehemalige ESC-Teilnehmer in einem offenen Brief den Ausschluss Israels vom Wettbewerb. Zu den prominentesten Unterzeichnern gehört der Schweizer Vorjahressieger Nemo, der sich kritisch zur israelischen Politik äußerte. Die Künstler werfen der Europäischen Rundfunkunion (EBU) Doppelmoral vor: Während Russland 2022 nach dem Angriff auf die Ukraine vom Wettbewerb ausgeschlossen wurde, darf Israel trotz des andauernden Krieges im Gazastreifen teilnehmen.

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KO KOSMO-Redaktion
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