Die EU-Kommission hält eine einheitliche Obergrenze für Zahlungen in Bar für richtig. Momentan gelten 10.000 Euro als wahrscheinlicher Höchstbetrag.
Das heiß diskutierte Thema ist Bargeld, vor allem in Österreich und Deutschland, wo viele Menschen lieber mit Geldscheinen zahlen anstatt mit Karte. Im Gegensatz zu den anderen EU-Ländern kann man in unbegrenzter Höhe in bar bezahlen, während beispielsweise in Frankreich die Bürger nur bis 1.000 Euro in Cash zurückgreifen dürfen. Griechenland ist am strengsten, wo Geldbeträge über 500 Euro per Überweisung oder Karte begleichen werden müssen. Nun überlegt sich die EU-Kommission eine absolute Obergrenze für Barzahlungen.
In einer Videokonferenz der Expertengruppe gab es scharfe Kritik zur Bekämpfung von Terrorfinanzierung und Geldwäsche zu vernehmen. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass die Behörde das Bargeld trotz abnehmender Nutzung, als „Instrument der Wahl für Kriminelle“ bezeichnet. Damit der Umgang mit Bargeld erschwert wird, möchte man eine EU-weite Obergrenze für Barzahlungen von maximal 10.000 Euro einführen, obwohl einige Länder auch geringere Grenzwerte einführen können.
Ein weiterer EU-Schritt wäre, nachdem Unternehmen bereits bei Barzahlungen von 10.000 Euro und mehr die Identität des Kunden prüfen müssen – auch in Österreich. Deswegen wurde die Ausgabe neuer 500-Euro-Geldscheine bereits vor einigen Jahren gestoppt.
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Weniger Geldbehebungen:
Seit Einführung der Euro-Banknoten ist in Österreich die Nachfrage nach Bargeld gestiegen, sodass sich die zirkulierende Geldmenge pro Person von 2002 bis 2018 auf rund 3.500 Euro verdreifacht hatte. Seit 2020 ist die Zahl der Transaktionen mit Bankomatkarten um mehr als ein Fünftel auf etwa 1,1 Milliarden gestiegen. Es wird vermutet, dass dies an Corona liege und Menschen das kontaktlose Zahlen präferieren. Die Anzahl der Geldbehebungen wurde um mehr als ein Viertel auf 100 Millionen Transaktionen verringert.
Nichtsdestotrotz bleibt die anonyme Barzahlung mit Münzen und Scheinen beliebt. Direktor der Österreichischen Nationalbank sagt, dass man sich immer mehr in Richtung einer Hybrid-Zahlungslandschaft bewege. Wobei die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem „E-Euro“, eine von Bitcoin ähnliche Bargeldalternative, bald eine weitere Zahlungsform einführen will.
Quelle: Der Standard