Die EZB belässt ihre Zinssätze auf dem aktuellen Niveau. Der zentrale Leitzins verharrt bei 2,0 Prozent, wie die Währungshüter nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt am Main am Donnerstag bekannt gaben.
Damit setzt die Notenbank ihren Kurs der Stabilität fort, nachdem sie bereits bei den vorherigen Zinsentscheidungen im Juli, September, Oktober und Dezember keine Änderungen vorgenommen hatte.
Auch die weiteren Schlüsselzinssätze bleiben unverändert. Der Einlagenzins, der für Sparer besonders relevant ist, verbleibt auf seinem bisherigen Stand. Gleiches gilt für den Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der Zentralbank beschaffen können – er bleibt bei 2,15 Prozent. Der Spitzenrefinanzierungssatz für kurzfristige Liquidität wird weiterhin mit 2,40 Prozent festgesetzt.
Zinswende im Juni
Die Frankfurter Währungshüter hatten in den vergangenen Jahren zunächst die Zinsen deutlich angehoben, um der steigenden Inflation nach der Corona-Pandemie und dem Beginn des Ukraine-Krieges entgegenzuwirken. Im Juni 2024 leitete die EZB dann eine Zinswende ein und senkte angesichts nachlassender Teuerungsraten die Zinsen, bevor sie auf den gegenwärtigen Kurs des Abwartens umschwenkte.
Die aktuelle Zinspause erklärt sich vor allem dadurch, dass sich die Inflation im Euroraum in den letzten Monaten nahe des von der Notenbank angestrebten Zwei-Prozent-Ziels stabilisiert hat. Gleichzeitig erwies sich die Konjunktur als widerstandsfähiger als zeitweise befürchtet.
Diskussion zeichnet sich
Innerhalb der Notenbank zeichnet sich jedoch eine Diskussion über die künftige geldpolitische Ausrichtung ab. Anlass dafür gibt der im Vergleich zum Dollar starke Euro, der sowohl die exportorientierten Volkswirtschaften der Eurozone als auch die Inflationsentwicklung beeinflussen könnte.