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Fadi Merza: „Sport ist wichtiger als ein Haarschnitt!“

(FOTOS: BKA/Dragan Tatic, Facebook/Fadi Merza)

In einem Facebook-Posting kritisierte der ehemalige Profiboxer und Boxklub-Besitzer Fadi Merza den Beschluss der Regierung, nächste Öffnungsschritte erst „rund um Ostern“ zu setzen. Die Sportbranche würde komplett ignoriert werden.

Am gestrigen Montag hat die Regierung verkündet, dass nächste Öffnungsschritte erst „rund um Ostern“ geplant seien. Bis dahin solle das Land im „Lockdown light“ bleiben, sprich: Gastronomie, Hotellerie, Kultur aber auch Fitnesscenter bleiben weitere 6 Wochen zu. Für Profiboxer Fadi Merza inakzeptabel. In einem Wutposting auf Facebook ließ er der Kritik an der Regierung freien Lauf. In einem Interview mit KOSMO erklärte uns Merza, wie es zu dem Posting kam, und warum die Fitnessbranche schnellstmöglich öffnen sollte.

KOSMO: In Ihrem Facebook-Posting (siehe weiter unten) kritisierten Sie, dass die Fitnesscenter weiterhin geschlossen bleiben müssen. Könnten Sie kurz schildern, wie es dazu gekommen ist?
Fadi Merza: „Ich verstehe das ganze System der Regierung nicht. Körpernahe Dienstleistungen, wie Friseure oder Maniküre-Betriebe, dürfen unter Auflagen aufsperren. Und ich verstehe nicht, warum wir, also Fitnesscenter oder Boxklubs, nicht auch unter den gleichen Bedingungen aufsperren dürfen. Wir haben mittlerweile schon seit fast 3 Monaten zu und wir werden noch mindestens für weitere 7 Wochen zugesperrt bleiben. Mir kommt es irgendwie so vor, als würde sich niemand um die Fitnessbranche und die Boxklubs kümmern. Es gibt auch keine Perspektive, wann wir wieder aufsperren dürfen. Und das ist meiner Meinung nach unfair.“

Fadi Merza betreibt selbst einen kleinen Boxklub, der jedoch bereits seit acht Monaten geschlossen ist. Seine Fixkosten, wie Miete oder Betriebskosten, muss der Profiboxer jedoch auch weiterhin zahlen. Neben der finanziellen Misere, in der sich die Fitnessbranche aufgrund der Lockdown-Bestimmungen befindet, sieht Merza jedoch noch ein weiteres Problem in den geschlossenen Sportstätten:

Fadi Merza: „Was für mich auch nicht nachvollziehbar ist, ist, dass das Thema Sport komplett untergeht. Und das obwohl meiner Meinung nach Sport zu machen, oder Bewegung zu machen, viel wichtiger ist, als ein Haarschnitt oder eine Maniküre. Von dem harten Lockdown sind nämlich auch Menschen betroffen, die zu fünft in einer 40qm Wohnung wohnen und keine Möglichkeit haben sich zu bewegen. Das wirkt sich dann auch auf die Psyche aus und deswegen ist Sport auch sehr wichtig! Wir fühlen uns benachteiligt, weil keiner sagt, wann wir wieder aufsperren dürfen. Die Fitnesscenter-Betreiber und die Kampfsportklubs sind immer die allerletzten. In anderen Ländern wird das alles ganz anders geregelt. Auch Restaurants oder Sportklubs haben dort unter Auflagen offen. Warum funktioniert das in anderen Ländern, aber in Europa, in Deutschland und ganz besonders in Österreich nicht? Die Regierung hat hier große Baustellen, was die Lockdowns und die ganze Pandemie betrifft.“

Sport zu machen ist viel wichtiger als ein Haarschnitt oder eine Maniküre“

Fadi Merza, ehem. Profiboxer und Boxklub-Besitzer

KOSMO: Wie würde Ihre Öffnungsstrategie aussehen, wenn Sie wieder aufsperren dürften?
Fadi Merza: „Ich würde das genauso machen, wie bei Friseuren zum Beispiel. Alle Vereinsmitglieder müssten einen gültigen Antigentest haben, der nicht älter als 48 Stunden ist. Wir haben von Montag bis Freitag offen und es gibt mittlerweile eh schon überall die Möglichkeit, sich gratis testen zu lassen. Also würden sich die Vereinsmitglieder zweimal die Woche testen lassen. Sie kommen mit Masken, wir schauen, dass der Abstand eingehalten wird, und verzichten auf Kontaktsport. Wir haben ja genügend Trainingsmethoden ohne Körperkontakt. Das, was bei Friseuren die Auflagen sind, können die Fitnesscenter und Kampfsportklubs genauso einhalten, wenn nicht sogar besser.“

KOSMO: Was ist nun Ihr Appell an die Regierung?
Fadi Merza: „Die Regierung muss mehr auf die ganze Fitnessbranche schauen. Man muss uns genau so ernst nehmen, denn Sport ist genauso wichtig, weil er vielen Krankheiten, physischen wie psychischen, vorbeugt. Deswegen sollte man uns nicht ganz hinten anreihen, sondern auch an uns denken und Maßnahmen setzen, damit wir endlich mal aufsperren dürfen. Weil, wenn das so weitergeht, sehe ich wirklich schwarz für die ganze Branche. Deswegen wäre mein Appell an die Regierung, endlich einmal an die Sportler zu denken!“