Ein fataler Moment an einer der belebtesten U-Bahn-Stationen Wiens – ein Mann bezahlte eine riskante Entscheidung mit dem Leben.
Ort des Geschehens
An der U-Bahn-Station Längenfeldgasse, einem der meistfrequentierten Umsteigeknoten im Wiener Öffi-Netz, hat sich am Mittwochfrüh (24.6.) eine tödliche Tragödie ereignet. Ein Fahrgast wollte offenbar schnell den gegenüberliegenden Bahnsteig erreichen und stieg dafür auf die Gleise der U4 in Richtung Hütteldorf. Was er als Abkürzung betrachtete, kostete ihn das Leben: Der Zug setzte sich in diesem Moment in Bewegung und erfasste den Mann.
Alle Rettungsversuche kamen zu spät. Die Berufsfeuerwehr Wien barg den Leichnam, das Verkehrsunfallkommando übernahm die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang. Gegen 8.30 Uhr konnte der U-Bahn-Betrieb wieder aufgenommen werden. Die polizeilichen Ermittlungen dauern weiterhin an.
Tödliche Abkürzung
Laut ersten Erkenntnissen der Polizei wollte der Mann „mittleren Alters“ rasch auf das gegenüberliegende Gleis gelangen. Zeugenaussagen zufolge stieg er ins Gleisbett und versuchte, noch vor einer bereits in der Station stehenden U-Bahn die Gleise zu überqueren.
Die Wiener Linien appellieren mit Nachdruck, den Gleiskörper unter keinen Umständen zu betreten. „Denn neben dem Bahnverkehr verläuft dort auch die Stromschiene“, erklärte eine Sprecherin. Es besteht Lebensgefahr!
Solche Vorfälle sind selten, aber mit dramatischen Folgen: Im Jahr 2023 wurden im österreichischen U-Bahn-Verkehr insgesamt 16 Unfälle gemeldet, davon fünf Unfälle mit Todesfolge und elf Suizide bzw. Suizidversuche.
Fehlende Absperrung
In der U6-Station Spittelau in Wien-Alsergrund verhindert ein Zaun zwischen den beiden Gleisen, dass Fahrgäste versuchen, auf diesem Weg den gegenüberliegenden Bahnsteig zu erreichen.
In der Station Längenfeldgasse lässt sich eine vergleichbare Absperrung jedoch kaum umsetzen, da die Stromschiene mittig im Gleisbereich verläuft.