Betrüger setzen auf digitale Täuschung: Eine neue Welle gefälschter Behördennachrichten überschwemmt Österreich. Das Finanzministerium warnt vor den perfiden Maschen.
Das Finanzministerium schlägt Alarm wegen einer neuen Welle täuschend echter SMS- und WhatsApp-Nachrichten, die von Betrügern stammen. Diese geben vor, dass die FinanzOnline-ID der Empfänger erneuert werden müsse. In Wirklichkeit handelt es sich um ausgeklügelte Betrugsmaschen, deren Ziel es ist, Passwörter, Kreditkartendaten oder Kontoinformationen zu erbeuten.
Aktuell häufen sich laut Ministerium diese als “Smishing” (SMS-Phishing) bekannten Angriffe – also Phishing-Versuche per SMS. Die Kriminellen geben dabei vor, offizielle Mitteilungen von Finanzbehörden zu versenden. In den Nachrichten befinden sich Links zu täuschend echt nachgebauten Webseiten, die den offiziellen Auftritten des Bundesministeriums zum Verwechseln ähnlich sehen.
In der Vergangenheit wurden bereits zahlreiche E-Mails und SMS verbreitet, die angeblich von FinanzOnline oder dem Bundesministerium für Finanzen stammen sollten. Diese enthalten Forderungen von teilweise über 1.600 Euro, die angeblich zurückgezahlt werden müssen. Die Empfänger werden aufgefordert, den genannten Betrag durch Anklicken eines Links an das vermeintliche “Finanzamt” zu überweisen. Es handelt sich jedoch um Fälschungen, deren Aufforderungen keinesfalls befolgt werden sollten!
Das BMF betont ausdrücklich, dass es niemals über SMS, E-Mail oder Messenger zur Eingabe oder Übermittlung persönlicher Daten auffordert. Sämtliche offizielle Kommunikation erfolgt ausschließlich per Post oder direkt über die FinanzOnline-Databox.
Es wird dringend geraten, solche Nachrichten nicht zu öffnen, keine darin enthaltenen Links anzuklicken und unter keinen Umständen persönliche Daten preiszugeben. Verdächtige Mitteilungen sollten sofort gelöscht werden.
Aktuelle Betrugsversuche
Zu den typischen Betrugsversuchen zählen gefälschte Mitteilungen über angebliche Steuerrückerstattungen, offene Forderungen, Pfändungsandrohungen oder vermeintlich notwendige Aktualisierungen des FinanzOnline-Kontos. Auch Themen wie Krypto-Vermögen oder Steuerprüfungen werden häufig instrumentalisiert, um Vertrauen zu erschleichen.
Der Text einer aktuellen Betrugsmail mit dem Betreff “FinanzOnline Benachrichtigung – Abrechnungskorrektur Steuerjahr 2023” lautet: “Sie haben einen offenen Betrag mit dem Vermerk: ZB-89890332-9928, der trotz mehrfacher Mahnungen bislang nicht beglichen wurde. Diese Forderung ergibt sich aus einer jährlichen Abrechnungskorrektur für das Steuerjahr 2023. Frühere Guthaben bleiben hiervon unberührt.”
Die Betrüger drohen bei Nichtzahlung sogar mit Zwangsmaßnahmen: “Falls keine Zahlung erfolgt, wird am 15.09.2025 der Gerichtsvollzieher mit der vorläufigen Pfändung Ihres Hausrats beginnen.” Um Seriosität vorzutäuschen, verwenden die Kriminellen fiktive Kennzahlen als Vermerke und geben vermeintliche Rechnungsnummern an.
Vor kurzem wurden weitere gefälschte Finanzamt-Nachrichten verbreitet, in denen unter anderem mit Strafzahlungen von bis zu 224 Euro gedroht wurde. Auch das BMF hat kürzlich erneut vor Phishing- und Fake-Nachrichten im Namen von FinanzOnline und dem BMF gewarnt – derzeit besonders häufig per SMS.
Erkennungsmerkmale
Das Ministerium stellt Informationsmaterialien zum Schutz vor Internetbetrug bereit. Die Broschüre „Vorsicht Betrug! Geben Sie Internetbetrügern keine Chance” kann von der BMF-Website heruntergeladen oder in allen Finanzämtern kostenlos mitgenommen werden.
Obwohl die Betrugsversuche immer raffinierter werden, gibt es mehrere Anzeichen, an denen man gefälschte Nachrichten erkennen kann:
– Die Absenderadresse stammt nicht von einer offiziellen Behörde (bmf.gv.at, oegk.at oder andere offizielle Domain).
– Es fehlt eine korrekte, persönliche Anrede mit dem richtigen Namen des Empfängers.
– Behörden wie das Finanzamt oder die ÖGK würden in einer E-Mail niemals den genauen Betrag einer Rückerstattung oder einer offenen Forderung nennen.
– Der enthaltene Link führt nicht zu einer offiziellen Behördenwebsite.
– Der Text enthält Rechtschreibfehler.
Anhand dieser Merkmale lässt sich schnell feststellen, dass solche Nachrichten nicht authentisch sein können. Sie sollten umgehend gelöscht werden, ohne den darin enthaltenen Aufforderungen nachzukommen!
Ob angebliche Strafzahlungen, Rückerstattungen oder abgelaufene Zugangsdaten – aktuell sind wieder vermehrt SMS und E-Mails im Umlauf, die vorgeblich vom Finanzamt oder FinanzOnline stammen.
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