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GUTER RAT

Gastarbajteri-Denkmal bekommt Geld von Marlene Engelhorn

Savo Ristic Engelhorn
Foto: OTS/Hanna Fasching/ YouTube Printscreen

Das „Gastarbajteri“-Denkmal, ein bedeutendes Projekt zur Würdigung der Beiträge der Gastarbeiter*innen zur österreichischen Gesellschaft, erhält großzügige finanzielle Unterstützung von Marlene Engelhorn. Initiiert von Savo Ristić, dem Obmann des Vereins KUM Kunst und Menschen, soll dieses Denkmal ein symbolischer Ort der Anerkennung und Bildung werden, der die Migrationsgeschichte Österreichs sichtbar macht und ein Zeichen der Dankbarkeit setzt.

Wie kam es dazu, dass das Projekt „Gastarbeiterdenkmal“ von Marlene Engelhorn finanziell unterstützt wurde?

Savo Ristic: Der Gute Rat fragte bei der Volkshilfe Wien nach, welche Projekte sie im Bereich der Migration und geflüchtete Menschen umsetzen bzw. umgesetzt hätten, wenn sie eine Unterstützung bekämen. Die Volkshilfe Wien hat das Denkmal und den Bildungsraum als unterstützungswürdige Projekte gemeldet. Folge dessen bekam ich vom Guten Rat diese so wichtige Unterstützung.

Welche Kriterien mussten erfüllt werden, um für die Förderung durch Marlene Engelhorn ausgewählt zu werden?

Savo Ristic: Nachdem mein Projekt ein bottom up Projekt ist, entspricht es voll den Kriterien des Guten Rates. Außerdem deckt sich es auch mit ihren Vorstellungen, weil es im Bereich der Migration etwas Nachhaltiges schafft.

Welche konkreten Pläne haben Sie mit den erhaltenen Mitteln?

Savo Ristic: Das Denkmal ist eines von 77 Projekten/Institutionen, die durch den Guten Rat ausgewählt wurden. Ich bedanke mich bei den 50 Bürger*innen, die ihre Zeit und Kraft nach bestem Wissen und Gewissen eingesetzt haben und somit gezeigt haben, dass Österreich auch anders sein kann. Ich bedanke mich bei Frau Engelhorn, die seit Jahren unermüdlich für ein gerechteres Besteuerungssystem in Österreich kämpft.

Die Volkshilfe Wien unterstützt mich im Rahmen der #communitywork. Wir sind dem Ziel, die österreichische Migrationsgeschichte sichtbar zu machen, um einen Schritt näher gekommen. Ich bedanke mich auch bei Senol Grasl-Akkilic für seinen jahrzehntelangen Einsatz um die Migrantinnenrechte in Österreich und schätze ihn insbesondere als Mitstreiter, der seit 2019 maßgeblich bei der Initiative dabei ist. Erst im gemeinsamen Austausch mit ihm und der Unterstützung von Tanja Wehsely, war es möglich, dass das „GASTARBAJTERI“-Denkmal zu einem Anker der Dankbarkeit und der Anerkennung für all jene Frauen und Männer wird, die unser Österreich mitaufgebaut haben.

Die erhaltenen Mittel werden vollständig für die Verwirklichung des „Gastarbajteri“-Denkmals verwendet. Wir werden öffentliche Diskussionen veranstalten, eine Video-Dokumentation vorbereiten, weiterhin Lobbyarbeit betreiben und einen Teil des Geldes für den vorgesehenen Bildungsraum einsetzen. Der Prozess ist langwierig und sehr komplex, umso glücklicher bin ich, dass wir ein gewisses Startkapital bekommen haben.

Was hat Sie dazu inspiriert, das Gastarbeiterdenkmal ins Leben zu rufen?

Savo Ristic: Das geplante Gastarbajteri-Denkmal soll als symbolischer Ort zur Aufarbeitung der österreichischen Migrationsgeschichte dienen, wobei nicht nur die Gastarbeiter*innen thematisiert werden. Da der Beginn der Migration nach Österreich schwer zu definieren ist, nehmen wir das 19. Jahrhundert als Ausgangspunkt.

Um die Leistungen der Gastarbeiterinnen für Wiens Entwicklung zu würdigen, soll das Denkmal nahe vom Wiener Hauptbahnhof entstehen. Das aktuelle offizielle Geschichtsverständnis in Österreich und Wien schließt oft die erste Generation der Gastarbeiterinnen und deren Beiträge aus. Dies verhindert, dass nachfolgende Generationen und die gesamte Bevölkerung ein vollständiges und objektives Bild der Migration und ihrer Stationen erhalten. Aktivist*innen kämpfen schon lange für die Anerkennung und Würdigung dieser Leistungen.

Wie soll das Denkmal aussehen und welche Botschaft möchten Sie damit vermitteln?

Savo Ristic: Es soll nicht nur ein Denkmal sein, sondern optimalerweise in einem Bildungsort eingebettet sein, umrahmt von Bildungsevents für Schüler, Studierende und alle Interessierten. Diese Idee stammt von Senol Grasl-Akkilic, dem Verantwortlichen für Diversitätsarbeit der Volkshilfe Wien. Ich freue mich sehr, dass die Volkshilfe Wien diese Idee mit Nachdruck vorantreibt. Unser Ziel ist es, einen lebendigen Ort zu schaffen.

Unsere Vision für das Denkmal ist, dass es groß, sichtbar und bunt sein wird. Ob mit menschlichen Figuren oder abstrakt gestaltet, soll es positiv und zukunftsweisend wirken. Geplant ist die Eröffnung im Jahr 2024, und wir hoffen, dass es auch in hundert Jahren noch als ein modernes Werk seiner Zeit bewundert wird. Das Denkmal wird den Namen „Gastarbajteri“ tragen, nach der Bezeichnung, die die Arbeiter aus Jugoslawien damals für sich selbst gewählt haben. Dieser Name wurde auch für die Ausstellung 2004 verwendet, die als ein wichtiger Moment für die erste öffentliche Anerkennung der Arbeitsmigration gilt.