Home Aktuelles
Eskalation

Gehörloses Kind mit Messern niedergeschossen – Lebensgefahr

Schusswaffe Savusia Konstantin
FOTO: iStock/Savusia Konstantin

Ein zwölfjähriges gehörloses Mädchen schwebt nach einem Polizeieinsatz in Bochum in Lebensgefahr. Der Vorfall ereignete sich, als die Beamten auf das Kind trafen, das mit zwei Messern bewaffnet auf sie zuging. Ein Polizist setzte daraufhin seine Dienstwaffe ein. Mediziner kämpften anschließend stundenlang im Operationssaal um das Leben der Zwölfjährigen. Ihr Zustand wird mittlerweile als kritisch, aber stabil beschrieben.

Der genaue Hergang des Einsatzes ist derzeit noch Gegenstand von Ermittlungen. Die Zwölfjährige war zuvor aus ihrer Wohngruppe in Münster verschwunden. Die Betreuer alarmierten umgehend die Behörden, da das Mädchen auf lebensnotwendige Medikamente angewiesen ist. In der Nacht zum Montag erhielten die Ermittler Hinweise, dass sich die Vermisste möglicherweise bei ihrer Mutter in Bochum aufhalten könnte.

Dramatische Entwicklung

Gegen 1:30 Uhr nachts trafen die Einsatzkräfte an der Wohnung ein, wo ihnen die Mutter die Tür öffnete. Nach Darstellung der Polizei entwickelte sich die Situation dann dramatisch. Den bisherigen Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge bewegte sich das Mädchen mit zwei Messern in den Händen auf die Beamten zu. Diese fühlten sich bedroht und zogen ihre Waffen.

Während ein Polizist einen Taser (Elektroschockgerät) einsetzte, der durch einen Stromimpuls vorübergehende Handlungsunfähigkeit verursacht, griff sein Kollege zur Dienstpistole und feuerte mindestens einen Schuss ab, der das Mädchen lebensgefährlich verletzte.

⇢ Ich bringe dich um!” – Serbin stürmt mit Messer auf Partygast los

Erschwerte Kommunikation

Die Einsatzsituation wurde vermutlich durch die Gehörlosigkeit sowohl des Mädchens als auch ihrer Mutter erschwert. Inwieweit eine Verständigung zwischen den Einsatzkräften und den beiden gehörlosen Personen möglich war, beispielsweise durch schriftliche Mitteilungen, ist laut einem Polizeisprecher Teil der laufenden Untersuchungen.

Die Ermittlungen dauern an. Wie aus der gemeinsamen Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft hervorgeht, näherte sich das Mädchen während des Einsatzes in der Wohnung mit zwei Messern den Beamten, woraufhin diese reagierten – einer mit dem Elektroimpulsgerät, der andere mit seiner Schusswaffe.