Fünf Arbeiter kamen bei einem Unfall auf einer Baustelle in der Hamburger HafenCity ums Leben, nachdem sie am Montagvormittag von einem Gerüst gestürzt waren, wie ein Sprecher der Feuerwehr berichtete.
Ursprünglich hatte die Feuerwehr von fünf Todesopfern gesprochen. Der Unfall ereignete sich auf der Baustelle des Überseequartiers, wo sich das Gerüst angeblich acht Stockwerke über dem Untergeschoss befand. An den Rettungsmaßnahmen waren 70 Einsatzkräfte beteiligt, darunter Höhenretter und ein Technischer Zug der Freiwilligen Feuerwehr. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich als schwierig. Die Baustelle wurde evakuiert, und nach Angaben eines Bauleiters arbeiteten dort zuvor 1.300 bis 1.500 Menschen. Auf der Straße befanden sich mehrere Hundert Bauarbeiter.
Das Überseequartier ist Teil der Hafencity, die als das größte innerstädtische Stadtentwicklungsvorhaben Europas gilt. Dieses Projekt direkt an der Elbe wurde zu Beginn der 1990er-Jahre vom damaligen Bürgermeister Henning Voscherau (SPD) ins Leben gerufen. Nach Angaben der HafenCity Hamburg GmbH erstreckt es sich über eine Fläche von etwa 157 Hektar. Dabei wird das Überseequartier als das urbanste und gleichzeitig am stärksten frequentierte Quartier betrachtet.
Auf dem 14 Hektar großen Areal entstehen Geschäfte, Gastronomie, Unterhaltungsmöglichkeiten, Büros, ein Kreuzfahrtterminal, ein unterirdischer Busbahnhof, Hotels mit etwa 1.150 Zimmern sowie über 1.000 Wohnungen. Der nördliche Teil wurde bereits 2019 fertiggestellt, während die Arbeiten im südlichen Teil noch im Gange sind. Das Immobilienunternehmen Unibail-Rodamco-Westfield investiert dabei laut Angaben mehr als eine Milliarde Euro in die insgesamt rund 260.000 Quadratmeter umfassende oberirdische Bruttogrundfläche.
ähnlicher Vorfall
Am 2. September wurden vier Arbeiter bei einem ähnlichen Vorfall an einer Baustelle in der Nähe der Hamburger Elbbrücken, unweit der HafenCity, teilweise lebensbedrohlich verletzt. Ein Baugerüst gab nach, und die Männer stürzten nach Angaben eines Polizeisprechers aus einer Höhe von etwa fünf Metern ab. Drei Bauarbeiter im Alter von 27, 35 und 53 Jahren erlitten schwere Verletzungen, während ein 21-Jähriger lebensbedrohliche Verletzungen erlitt. Die Bauarbeiter waren offenbar damit beschäftigt, ein Baugerüst an der Eisenbahnbrücke zu demontieren. Aufgrund der Ebbe zum Unfallzeitpunkt und dem fehlenden Wasser im Flussbett fielen die Bauarbeiter auf den steinigen Untergrund.