Italiens Strände locken – doch unsichtbare Gefahr treibt gerade an mehreren Küsten ihr Unwesen.
An mehreren Küstenabschnitten Italiens ist die potenziell giftige Mikroalge Ostreopsis ovata nachgewiesen worden. Ihr Vorkommen kann eine Reihe von Beschwerden auslösen: gereizte Augen, Schnupfen, Husten, Atembeschwerden, Kopfschmerzen oder Fieber. Auch Übelkeit und Erbrechen zählen zu den typischen Symptomen. Dabei ist ein direkter Kontakt mit dem Wasser nicht zwingend erforderlich – das von der Alge produzierte Toxin verbreitet sich über Wasser und Gischt und kann so auch Personen betreffen, die sich lediglich in Strandnähe aufhalten.
Badeverbote oder offizielle Warnungen bestehen derzeit unter anderem für Molfetta und Giovinazzo an der Adria, für Santa Marinella nahe Rom, für Teile der Umgebung von Palermo sowie für Marina di Pisa und Genua. Betroffen sind damit Regionen in Apulien, der Toskana, Latium, Sizilien und Ligurien. Darüber berichtet die italienische Tageszeitung Il Tempo.
Behördliche Maßnahmen
Die zuständigen regionalen Umweltbehörden führen laufend Kontrollen der Wasserqualität durch. Erfahrungsgemäß kann sich die Lage an den betroffenen Stränden nach entsprechenden Maßnahmen bereits innerhalb weniger Tage wieder normalisieren. Aktuelle Informationen zur Situation vor Ort stellen die Behörden Arpa Puglia, Arpal Liguria und Arpat Toscana auf ihren jeweiligen Websites bereit; auch die Internetauftritte der betroffenen Gemeinden werden regelmäßig aktualisiert.
Ausbreitung & Symptome
Begünstigt wird die Ausbreitung von Ostreopsis ovata durch anhaltend warme Temperaturen, intensive Sonneneinstrahlung und ruhige See. Die mikroskopisch kleine Alge bildet einen Schleimfilm auf der Wasseroberfläche, der optisch jenem ähnelt, den auch harmlose Algenarten erzeugen können.
Treten nach einem Kontakt Beschwerden auf, klingen diese in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden wieder ab. Das italienische Gesundheitsportal Puglia Salute rät dazu, einen ausreichenden Abstand zum betroffenen Gewässer einzuhalten. Fachleute und die Regionalbehörde Arpa Puglia empfehlen konkret, einen Abstand von mehreren Dutzend Metern zum Wasser zu wahren und bei nachgewiesenen Algenblüten felsige Küstenabschnitte während starker Brandung zu meiden.
Sollten Symptome anhalten oder besonders stark ausgeprägt sein, wird empfohlen, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.