Jannik Sinner krönte sich am Sonntagabend zum König von Wimbledon. Der Weltranglistenerste bezwang seinen ärgsten Rivalen Carlos Alcaraz in einem hochklassigen Finale mit 4:6, 6:4, 6:4, 6:4 und beendete damit die beeindruckende Serie von 24 Siegen des Spaniers. Nach drei Stunden und drei Minuten verwandelte der Italiener seinen ersten Matchball auf dem legendären Centre Court.
Der Auftakt gehörte zunächst Sinner, der im fünften Spiel des ersten Durchgangs das erste Break schaffte und mit 4:2 in Führung ging. Doch Alcaraz, der Weltranglistenzweite, zeigte seine Kämpferqualitäten und drehte mit vier Spielgewinnen in Folge den Satz noch zu seinen Gunsten. Sinner ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und schlug sofort zurück. Mit einem Break zum Auftakt des zweiten Satzes legte er den Grundstein für den Satzausgleich.
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Entscheidende Satzgewinne
Die Entscheidung im dritten Durchgang fiel im neunten Spiel. Nachdem Sinner zu Beginn zwei Breakchancen ungenutzt gelassen hatte, nutzte er im entscheidenden Moment seine Chance und sicherte sich mit dem ersten Satzball die 2:1-Führung. Mit dem Momentum auf seiner Seite startete der Südtiroler druckvoll in den vierten Satz und nahm Alcaraz im dritten Game den Aufschlag ab. Der Spanier kämpfte verbissen und erspielte sich im achten Spiel zwei Breakmöglichkeiten, konnte diese jedoch nicht verwerten. Sinner brachte seinen Vorsprung souverän ins Ziel und triumphierte auf dem heiligen Rasen.
Historischer Triumph
Für den 22-jährigen Italiener ist es der vierte Grand-Slam-Titel seiner Karriere und der zweite in diesem Jahr nach seinem Triumph bei den Australian Open. Mit dem historischen Erfolg schreibt Sinner Tennis-Geschichte als erster italienischer Einzelsieger beim prestigeträchtigsten Rasenturnier der Welt. Alcaraz hingegen kassierte seine erste Niederlage in einem Grand-Slam-Finale und verpasste seinen dritten Wimbledon-Titel in Folge. Seine Bilanz bei den Major-Turnieren bleibt bei fünf Trophäen stehen.
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Die beiden Ausnahmespieler dominieren derzeit die Tennis-Welt und haben die letzten sieben Grand-Slam-Titel unter sich aufgeteilt – beginnend mit den Australian Open 2023. Für seinen Triumph erhält Sinner ein fürstliches Preisgeld von drei Millionen Pfund, während Alcaraz mit 1,52 Millionen Pfund nach Hause fährt.
In der Weltrangliste baut der Italiener seinen Vorsprung weiter aus – ab Montag trennen die beiden Kontrahenten 3.430 Punkte.
Eine neue Tennis-Ära
Mit diesem Sieg beendete Sinner eine Serie von fünf aufeinanderfolgenden Niederlagen gegen Alcaraz und verkürzte den direkten Vergleich auf 5:8. Die Revanche kam nur einen Monat nach dem French-Open-Finale, das Alcaraz nach über fünf Stunden für sich entscheiden konnte. Beide Topspieler standen sich allein in diesem Jahr bereits in zwei Grand-Slam-Endspielen gegenüber – ein deutliches Zeichen für ihre dominierende Stellung im Welttennis.
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Tennisexperten betonen die unterschiedlichen Spielstile der beiden Ausnahmetalente: Während Sinner durch seinen druckvollen Grundlinienspieler, seine starke Beinarbeit und konstante Rückhand besticht, überzeugt Alcaraz mit Vielseitigkeit, Kreativität und einem variantenreichen Netzspiel.
Diese Kontraste in ihrer Spielweise erinnern viele Beobachter an historische Rivalitäten wie Federer-Nadal und lassen Hoffnungen auf eine neue goldene Tennis-Ära aufkommen.