Nikola Jokic hat die Denver Nuggets überrascht: Der dreifache MVP der NBA lehnte Vertragsverhandlungen für diesen Sommer ab und teilte dem Klub mit, dass er bis 2026 warten möchte, bevor er über eine Vertragsverlängerung spricht. Dies berichtet die Denver Post. Der serbische Superstar hätte bereits jetzt einen dreijährigen „Supermax“-Vertrag über 212 Millionen Dollar unterschreiben können.
Im nächsten Sommer winkt ihm sogar ein Vierjahresvertrag im Wert von 293,4 Millionen Dollar. Für die Nuggets hat diese Entscheidung kurzfristig keine Konsequenzen, da Jokic noch zwei Vertragsjahre vor sich hat – mit 55,2 Millionen Dollar Gehalt in der kommenden Saison und 59 Millionen in der Spielzeit 2026/2027. Zudem besitzt er eine Spieleroption für 2027/2028 über weitere 63 Millionen.
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Die Franchise hatte auf eine schnelle Zusage von Jokic und seinem Management gehofft, muss nun aber ein weiteres Jahr warten. „Wir werden ihm alle finanziellen Aspekte erklären, was es bedeutet, jetzt oder später zu unterschreiben“, hatte Nuggets-Chef Josh Kroenke kürzlich erklärt.
Hinter der Entscheidung des serbischen Centers steckt eine klare finanzielle Strategie: Durch das Aufschieben der Vertragsunterzeichnung auf das kommende Jahr kann Jokić seinen Gesamtverdienst um rund 80 Millionen Dollar steigern, da er dann für einen Vierjahresvertrag mit knapp 300 Millionen Dollar berechtigt wäre. Basketballexperten betonen, dass diese Taktik keine Unzufriedenheit mit dem Klub signalisiert, sondern lediglich ein durchdachter finanzieller Schachzug ist.
Serbische Sportstars
Der 30-jährige Jokic blickt auf eine herausragende Saison zurück, in der er als erst dritter Spieler nach Oscar Robertson und Russell Westbrook – und als erster Center überhaupt – die Spielzeit mit einem Triple-Double-Schnitt abschloss. Im MVP-Rennen landete er hinter Shai Gilgeous-Alexander auf Platz zwei und ist damit der erste Spieler seit Larry Bird, der in fünf aufeinanderfolgenden Spielzeiten auf den ersten oder zweiten Platz in dieser prestigeträchtigen Wertung kam.
Die Nuggets hatten gegen Saisonende überraschend Trainer Michael Malone und General Manager Calvin Booth entlassen, gewannen danach die verbleibenden drei Spiele der regulären Saison. In den Playoffs bezwangen sie die Los Angeles Clippers in sieben Spielen, scheiterten dann aber am späteren Champion Oklahoma City Thunder ebenfalls nach sieben Partien.
⇢ NBA-Revolution: Jokic darf jetzt ohne Statistik-Angst zaubern
Jokic, der in den Playoffs durchschnittlich 26,2 Punkte und 12,7 Rebounds verzeichnete, kritisierte nach dem Ausscheiden die mangelnde Kadertiefe seines Teams. Die Franchise reagierte prompt und verstärkte den Kader in der Sommerpause. Wie US-Quellen berichten, zeigt sich Jokic mit den Veränderungen sehr zufrieden. Der 29-jährige Serbe hätte seit Dienstag einen neuen „Supermax“-Vertrag unterschreiben können, wird jedoch stattdessen den Sommer in China verbringen.
In der Offseason haben die Nuggets mit mehreren strategischen Transfers auf die Kritik ihres Superstars reagiert. Michael Porter Jr. wurde im Tausch gegen Cam Johnson abgegeben, wodurch etwa 17 Millionen Dollar an Gehalt eingespart wurden. Mit diesen Mitteln konnte Denver die Guards Bruce Brown und Tim Hardaway Jr. sowie Center Jonas Valanciunas verpflichten – Verstärkungen, die dem Team die größte Kadertiefe seit Jahren verschaffen und die Titelchancen deutlich erhöhen.