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Klimaschaden

Hitze kostet Österreich sechs Milliarden Euro

Hitze kostet Österreich sechs Milliarden Euro
Symbolbild Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Sechs Milliarden Euro Verlust in drei Jahren – und das ist erst der Anfang. Österreichs Wirtschaft steht vor einer heißen Rechnung.

Steigende Temperaturen infolge des Klimawandels könnten der österreichischen Wirtschaft in den kommenden Jahren Verluste in Milliardenhöhe bescheren. Um die Folgen für Unternehmen und Beschäftigte abzufedern, gewinnen Anpassungsstrategien zunehmend an Bedeutung: Dazu zählen etwa flexiblere Arbeitszeitmodelle, verbesserte Belüftungs- und Kühlsysteme sowie ausreichend Schatten- und Ruhezonen am Arbeitsplatz. Wifo-Ökonom Marcus Scheiblecker weist jedoch darauf hin, dass solche Umstellungen zunächst erhebliche Investitionen erfordern – und dass nicht alle Wirtschaftssektoren gleichermaßen in der Lage sind, sich auf veränderte klimatische Bedingungen einzustellen.

Sektorale Unterschiede

Grundsätzlich gilt: Extreme Hitze beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – vor allem dort, wo körperliche Tätigkeiten unter freiem Himmel anfallen. Hohe Temperaturen erschweren die Arbeit, die Konzentration leidet, die Produktivität sinkt. Das ist nicht nur in einzelnen Branchen der Fall, sondern zieht sich durch Lieferketten und Märkte – und trifft somit die gesamte Wirtschaft.

„Besonders betroffen sind Beschäftigte am Bau oder in der Landwirtschaft, die körperlich anstrengende Arbeiten häufig im Freien verrichten“, so Weyerstraß. In diesen Bereichen gibt es spürbare Rückgänge bei der Produktion, die sich auch auf andere Sektoren auswirken.

Bürobeschäftigte sind von den direkten physischen Auswirkungen der Hitze weniger stark betroffen. Die körperliche Beanspruchung ist in diesem Bereich in der Regel geringer, und Klimaanlagen oder vergleichbare Maßnahmen schaffen häufig Abhilfe. „Aber auch hier zeigen sich Produktivitätsrückgänge – etwa durch schlechteren Schlaf oder nachlassende Konzentration an heißen Tagen.“

Milliardenverluste drohen

Wie groß das wirtschaftliche Risiko für Österreich tatsächlich werden könnte, verdeutlichen aktuelle Modellrechnungen. Wie die Presse berichtet, könnte die Wirtschaftsleistung schon in wenigen Jahren deutlich zurückgehen. Bei stark steigenden Temperaturen könnte Österreichs Wirtschaftsleistung in den nächsten drei Jahren um rund sechs Milliarden Euro niedriger ausfallen als ohne zusätzliche Hitzebelastung. Laut einer Modellrechnung der WU Wien liegt das reale Bruttoinlandsprodukt im dritten Jahr eines solchen Szenarios um rund 0,7 Prozent beziehungsweise knapp drei Milliarden Euro unter dem Vergleichswert – die Verluste summieren sich über den gesamten Dreijahreszeitraum auf die genannten sechs Milliarden Euro.

„Diese Zahlen sind eher konservativ“, betont dabei Weyerstraß – viele weitere Auswirkungen der Hitze, zum Beispiel auf die Gesundheit oder die Infrastruktur, seien darin noch gar nicht enthalten.

„Wir werden lernen müssen, mit Hitze produktiv umzugehen“, sagt IHS-Ökonom Klaus Weyerstraß auf der Homepage der WU Wien. Wifo-Volkswirt Marcus Scheiblecker betont laut der Presse, dass sich für die heimische Volkswirtschaft große Nachteile ergeben.

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KO KOSMO-Redaktion
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