Start Aktuelle Ausgabe Immer mehr Fälle von Osteoporose
GESUNDHEIT

Immer mehr Fälle von Osteoporose

Immer mehr Fälle von Osteoporose (FOTO: iStock)

Von der Osteoporose sagt man, sie sei ein „stiller Knochendieb”, denn sie befällt das menschliche Skelett unmerklich, verursacht keine Symptome und wird meistens erst anlässlich irgendeines Knochenbruchs festgestellt.

Osteoporose tritt am häufigsten bei Frauen nach der Menopause auf. In diesen Fällen sprechen wir von der primären Form der Erkrankung. Wenn sie jedoch als Folge anderer Krankheiten oder langjährigen Konsums von Medikamenten, die eine Demineralisierung der Knochen hervorrufen, eintritt, handelt es sich um eine sekundäre Osteoporose. Die Altersosteoporose wird bei Männern und Frauen jenseits des 75. Lebensjahres diagnostiziert. Wenn sich Schmerzen in Knochen, Gelenken und Muskeln einstellen, denkt kaum jemand, dass es sich dabei um die ersten Symptome einer Osteoporose handeln könnte. Doch leider nimmt diese keinesfalls banale, fortschreitende Stoffwechselerkrankung die Ausmaße einer Epidemie ein und wird zu einem großen Problem.


Die rechtszeitige Diagnose dieser Erkrankung ist ausschlaggebend, um ernsthafte Folgen und Komplikationen zu vermieden, so etwa den Bruch eines Wirbels oder Oberschenkelknochens und manchmal auch eine bleibende Behinderung. Für eine frühe Diagnosestellung bestehen zuverlässige und sichere Methoden: die Messung der Knochenmineraldichte in der Lendenwirbelsäule oder in der Hüfte (BMD – Bone Mineral Density) und das DXA-Verfahren, das auf niedrigdosierten Röntgenstrahlen beruht und nicht länger als fünf Minuten dauert.

Empfohlen wird eine Knochendichtemessung folgenden Personen:
– Frauen über 65 Jahre,
– Frauen in der Menopause, die mindestens einen Risikofaktor für Osteoporose besitzen,
– Frauen, die vor dem 45. Lebensjahr in die Menopause gekommen sind,
– Jeder Frau, die einen spontanen Knochenbruch erleidet,
– Personen, deren Körpergröße sich um mindestens 2,5 cm verringert hat,
– Wenn eine klassische Röntgenaufnahme den Verdacht auf Osteoporose weckt,
– Personen, die eine längere Glucocorticoid-(Kortikosteroid)-Therapie durchlaufen.

Um das Entstehen einer Osteoporose zu verhindern oder zu verzögern, sollte man darauf ­achten:
– Schädliche Gewohnheiten zu vermeiden (Zigaretten, alkoholische Getränke, Koffein und Salz),
– Die körperliche Aktivität zu steigern, d.h. sich so viel wie möglich zu bewegen,
– Sich gesund zu ernähren und täglich genügend Kalzium und Vitamin D zu sich zu nehmen,
– Rechtzeitig die Knochendichte messen zu lassen, wenn man sich einer Risikogruppe zugehörig fühlt,
– Junge Eltern darauf hinzuweisen, dass das wichtigste Alter zur Prävention der Osteoporose die frühe Kindheit und Adoleszenz ist, in der die Knochenmasse ihren Höchststand erreichen sollte (durch richtige Ernährung und Sport).

Die Pandemie hat das Risiko erhöht
Studien legen den Schluss nahe, dass derzeit ca. 200 Millionen Menschen weltweit an Osteoporose leiden, wobei die Häufigkeit bei Frauen im Alter zwischen 60 und 70 Jahren 33 % beträgt und bei den Überachtzigjährigen sogar 66 %. Einige Studien haben gezeigt, dass ein Vitamin-D-Mangel im Blut bei älteren Menschen mit einem erhöhten Knochenbruchrisiko einhergeht. Die Corona-Pandemie, die unseren Planeten bereits seit zwei Jahren im Griff hat, hat das Osteoporose-Risiko noch erhöht. Denn es ist bekannt, dass körperliche Aktivität und der Aufenthalt im Freien an sonnigen Tagen wichtige Präventionsmaßnahmen sind. Diese jedoch wurden für Angehörige aller Altersgruppen durch die Corona-Maßnahmen erheblich erschwert. Durch die Beschränkung auf Besuche im Supermarkt und Erholungsspaziergänge während der Lockdowns wurden die Menschen daran gehindert, auf natürlichem Wege hinreichend Vitamin D zu bilden, das für die Mineralisierung und die Entwicklung des Knochen- und Gelenksystems unverzichtbar ist, d.h. sie konnten den Verlust an Knochenmasse und die daraus resultierenden pathologischen Knochenbrüche nicht verhindern. Es ist bekannt, dass 80 % des Vitamins D innerhalb des Organismus gebildet werden. Da die Sonne bei der Synthese von Vitamin D einer der ausschlaggebenden Faktoren ist, wird es auch das „Sonnen-Vitamin” genannt. Die Lebensumstände haben jedoch dazu geführt, dass die Menschen gezwungen waren, ihren Mangel durch Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel auszugleichen. Die tägliche Aufnahme von Vitamin D sollte zwischen 400 und 800 I.E. liegen. Das ist besonders für ältere oder chronisch kranke Patienten wichtig, die sich in einer längeren häuslichen oder stationären Behandlung befinden.

Vorheriger Artikel„Das Impfpflichtgesetz ist so flexibel, wie das Virus selbst”
Nächster ArtikelGewinne 1×2 Kinotickets für die Premiere von „Zlatni dečko“