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Schädlingsalarm

Invasion der Mini-Wanzen: Gefahr für Eichenwälder in Österreich

Invasion der Mini-Wanzen: Gefahr für Eichenwälder in Österreich
Eichennetzwanze. FOTO: iStock/Wirestock
3 Min. Lesezeit |

Winzig, aber gefährlich: Die Eichennetzwanze erobert die Steiermark in Milliardenzahlen. Ohne natürliche Feinde bedroht der nordamerikanische Eindringling zunehmend heimische Wälder.

Die winzige Eichennetzwanze breitet sich derzeit in alarmierendem Tempo in der Steiermark aus. Mit einer Größe von nur vier Millimetern vermehrt sich der Schädling in Milliardenzahlen und entwickelt sich zunehmend zur ernsthaften Bedrohung für das lokale Ökosystem. Da in Österreich natürliche Fressfeinde fehlen, wächst die Population ungehindert – mit steigender Tendenz.

Der ursprünglich aus Nordamerika stammende Eindringling gelangte zunächst in die Schweiz, verbreitete sich dann nach Italien und wurde schließlich 2019 in der Steiermark nachgewiesen. Trotz seiner begrenzten Flugfähigkeit nutzt das Insekt effektiv Luftströmungen als Transportmittel.

Aktuelle Daten des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) zeigen, dass die Schadfläche in der Steiermark von 2022 auf 2023 um 25 Prozent zugenommen hat, während für 2024 ein noch massiveres Auftreten dokumentiert wurde. Der Schädling hat sich mittlerweile auch in weiten Teilen des Burgenlandes, Niederösterreichs, Wiens und Kärntens etabliert. Aus Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg liegen bislang keine Nachweise vor.

Harmlos für Menschen

Für Menschen stellt die Eichennetzwanze keinerlei Gefahr dar. Sie beißt nicht und zeigt weder Interesse an Nahrungsmitteln noch an Textilien. Fachleuten zufolge hat der Schädling bislang keine gravierenden Schäden verursacht.

Zwar siedelt er sich bevorzugt an der Blattunterseite von Eichen an, was zum Absterben und vorzeitigen Abfallen der Blätter führt, doch wurde bisher kein vollständiges Absterben von Bäumen dokumentiert. Die Erfahrungen aus Norditalien deuten jedoch darauf hin, dass umfassendere Waldschäden nur eine Frage der Zeit sein könnten, da dort bereits erste negative Auswirkungen auf den Baumbestand festgestellt wurden.

In der Vergangenheit haben sich bereits mehrere invasive Wanzenarten in Österreich etabliert und gedeihen dort prächtig. Das Fehlen natürlicher Feinde in Kombination mit einem reichhaltigen Nahrungsangebot macht ihre Bekämpfung außerordentlich schwierig.

Bedrohte Zukunftsbäume

Prominente Beispiele sind die marmorierte Baumwanze und die grüne Reiswanze – beide nicht-heimische Arten, die eine potenzielle Gefahr für die österreichische Baumvegetation darstellen.

Bei starkem Befall kann die Photosyntheseleistung der betroffenen Bäume erheblich beeinträchtigt werden, was zu verlangsamtem Wachstum oder Entwicklungsstörungen führt, wie Biologe Thomas Fries gegenüber der Kleinen Zeitung erläuterte.

Experten des BFW bestätigen diese Einschätzung und weisen darauf hin, dass selbst mehrjähriger, starker Befall für die Eichen zwar nicht tödlich ist, jedoch die Stickstoffkonzentration in befallenen Blättern signifikant verringert wird. Dies könnte langfristig zu Wachstumseinbußen führen, auch wenn die Bäume nicht unmittelbar absterben.

Experten betrachten die Eiche seit Beginn der klimatischen Veränderungen als besonders zukunftsträchtige Baumart in Österreich. Im Vergleich zu Buchen oder Fichten weist sie eine deutlich höhere Hitzetoleranz auf und kann längere Trockenperioden wesentlich besser überstehen als andere einheimische Baumarten.

Daher raten Fachleute von chemischen Bekämpfungsmaßnahmen ab, solange keine präzisen Prognosen zur Baumgesundheit vorliegen.

Die Erfahrung zeigt, dass Pestizide den Bäumen häufig mehr schaden als der Parasit selbst.

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KO KOSMO-Redaktion
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