
Sie stellt ein Gedenken an die während des Jugoslawienkrieges (1991-95) getöteten Soldaten der paramilitärischen HOS (Hrvatske obrambene snage) dar. „Za dom – spremni“ war damals auf dem Emblem der HOS zu finden.
Während auf der einen Seite an die Opfer des Holocausts in Jasenovac gedacht wurde, protestierten Antifaschisten gegen die „Ustascha-Tafel“ und HOS-Anhänger verteidigten diese mit eigenen Protestaktionen.
Die antifaschistischen und Opferorganisationen Kroatiens wollten mit dem Boykott der offiziellen Gedenkfeier darauf aufmerksam machen, dass im Lande eine „unschlüssige“ Position hinsichtlich der Bewertung des Ustascha-Regimes vorherrsche, so SABA-Vorsitzender Franjo Habulin.
„Wir werden nicht zulassen, dass der Revisionismus, der im heutigen Kroatien tief verwurzelt ist, gewinnt“, fügte er hinzu. Habulin betonte außerdem, dass man über den Nazi-Faschismus und die Ustascha einen offenen Dialog führen müsse, da sonst Lügen überwiegen würden. Er kritisierte, dass der Extremismus und Revisionismus als Abrechnung mit der kommunistischen Vergangenheit diene.
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Unklarheit über Opferzahlen
Während serbische Quellen von 700.000 Opfern sprechen, zählt das Museum von Jasenovac 83.000 und das Holocaust-Museum in Washington 100.000 Opfer. Das Konzentrationslager befindet sich rund 100 Kilometer südöstlich von Zagreb und wurde im zweiten Weltkrieg von den faschistischen Ustascha betrieben. Das Vernichtungslager zählt zu einem der größten dieser Art in Europa.
Der Gedenktag soll an den Fluchtversuch von Lagerinsassen vom 22. April 1945 erinnern. Während das genaue Ende der Lagers in Jasenovac nicht belegt ist, so bereiteten die Ustascha im April 1945 die Schließung vor.
Die jugoslawischen Partisanen hatten zu dieser Zeit bereits mehrmals versucht, das Lager zu befreien. Nach der Hinrichtung von mehreren hundert Frauen am 21. April, entschieden sich die Überlebenden am nächsten Tag, die Flucht zu wagen. Nur einigen wenigen gelang diese erfolgreich, da sie während des Versuches von den Ustascha aufgegriffen und getötet wurden.
All jene, die wegen ihres Alters oder Gesundheitszustandes nicht an dem Fluchtversuch teilnehmen konnten, wurden nach der Revolte hingerichtet. Bis Ende April wurden schließlich alle verbliebenden Häftlinge ermordet, Dokumente, Unterlagen und andere Beweise vernichtet und das Lager gesprengt.