Jeder Zweite in Österreicher hat vor Ende des Monats kein Geld mehr

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Jeder Zweite in Österreicher hat vor Ende des Monats kein Geld mehr

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Eine Umfrage ergab, dass beinahe jeder zweite Österreicher mit seinem Gehalt keinen ganzen Monat auskommt. Außerdem: mehr als ein Viertel der österreichischen Bevölkerung besitzt keine finanziellen Rücklagen.

Laut einer Umfrage der Bank ING kommt jeder zweite Österreicher mit seinem Gehalt keinen ganzen Monat durch. Mehr als 1000 Personen nahmen an der Befragung teil. Wie man an den Ergebnissen deutlich sehen kann, haben 51 Prozent der Befragten bis zum Monatsende gelegentlich oder meist kein Geld mehr am Konto.

Der Grund hierfür scheint ein geringeres Einkommen zu sein, denn 93 Prozent meinen, dass sie sich ihre Ausgaben regelmäßig vor Augen halten, egal ob in einem Haushaltsbuch, einer App oder laufende Kontrollen der Kontoauszüge.

Wozu sparen?

Doch was machen, wenn zu wenig Geld am Konto ist? 80 Prozent der Befragten reduziert ihre Ausgaben, 26 Prozent leihen sich Geld aus und 21 Prozent verwenden die Kreditkarte.

Dem ING-Chefökonom Carsten Brzesk zufolge verschärft sich die finanzielle Lage nicht nur in Österreich, sondern in vielen europäischen Ländern. Die Umfrage zeigt zudem, dass 27 Prozent der Österreicher (mehr als ein Viertel der Bevölkerung) keine Ersparnisse hat. Vor allem Frauen sollen öfter auf eine finanzielle Rücklage verzichten.

Die Spannbreite zwischen Reich und Arm

Unter den Sparern haben 13 Prozent weniger als ein Nettomonatseinkommen zusammengespart und sind somit ebenso nicht finanziell abgesichert. „Erst ab etwa drei Monatseinkommen kann man von einer ausreichenden Rücklage sprechen, die notfalls unerwartete dringende Ausgaben abdeckt“, meint die Expertin der ING.

Zum Glück ist wenigstens der Rest der Befragten abgesichert, denn 42 Prozent geben an, dass ihre Rücklagen zwischen ein und sechs Monatsgehältern betragen.

Der Chefökonom warnt aber, dass die schönen Sparquoten nicht über die problematische Lage täuschen sollte, da die „Schere zwischen Arm und Reich“ immer mehr auseinander geht: Der Anteil derjenigen, die gar nicht sparen (können), steigt an. Doch zugleich legen die, die können noch mehr zurück.

Das Institut Ipsos hat online 13 Länder Europas, darunter Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Spanien, Türkei, Tschechien; sowie die USA und Australien im Zuge dieser Umfrage befragt. Insgesamt waren es knapp 15.000 TeilnehmerInnen ab dem 18. Lebensjahr. In Österreich wurden über 1.000 Personen befragt.

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