**Wenn die Temperaturen sinken, kann ein einziger Anruf entscheidend sein. Ab 1. November ist in Kärnten wieder das Kältetelefon für obdachlose Menschen im Einsatz – dafür werden noch Freiwillige gesucht.**
Die Caritas Kärnten nimmt mit 1. November wieder ihr Kältetelefon in Betrieb. Wer in einer kalten Nacht eine obdachlose Person im Freien bemerkt, kann dort Hilfe organisieren. Das Angebot ist während der Wintermonate täglich von 18 bis 6 Uhr erreichbar.
Im vergangenen Winter gingen 119 Anrufe beim Kältetelefon ein. Laut Caritas konnten 24 obdachlose Menschen vom Roten Kreuz direkt in die Notschlafstelle in Klagenfurt gebracht werden, drei weitere wurden an den Samariterbund Villach vermittelt. Das Kältetelefon ist von November bis Ende März aktiv.
Freiwillige gesucht
Damit das Angebot auch in diesem Winter funktioniert, sucht die Caritas noch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie übernehmen laut ORF zweimal im Monat einen Bereitschaftsdienst und werden noch im Oktober auf ihre Aufgabe vorbereitet.
Bevor das Kältetelefon verständigt wird, sollte nach Möglichkeit zunächst mit der betroffenen Person gesprochen werden. Katrin Starc, Fachbereichsleiterin der Wohnungslosenhilfe bei der Caritas Kärnten, empfiehlt zu fragen, ob Unterstützung oder ein warmer Schlafplatz gewünscht wird. Anschließend können beim Kältetelefon unter anderem Standort und Zustand der betroffenen Person sowie Informationen darüber weitergegeben werden, ob etwa ein Schlafsack oder eine Isomatte vorhanden sind.
Kein Homeoffice mehr
Eine Neuerung gibt es für die freiwilligen Helfer in dieser Saison: Der Bereitschaftsdienst wird künftig direkt in der Notschlafstelle in Klagenfurt geleistet. Das bisher mögliche Homeoffice wird abgeschafft.
Hintergrund sind laut Starc Kommunikationsprobleme, die den Ablauf teilweise verzögert hätten. Freiwillige hätten von zu Hause aus etwa nicht immer gewusst, ob für eine gemeldete Person ein Hausverbot in der Notschlafstelle besteht. Dann seien zusätzliche Rückfragen beim Personal notwendig gewesen, wodurch sich die Hilfskette verlängert habe.
Auch Menschen, die aufgrund eines Hausverbots nicht in der Notschlafstelle oder im Eggerheim aufgenommen werden können, sollen nicht ohne Unterstützung bleiben. Sie können vor Ort unter anderem Isomatten und Schlafsäcke erhalten. Bei Bedarf können Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter zudem direkt vor der Einrichtung mit den Betroffenen sprechen.
Wer sich freiwillig am Kältetelefon beteiligen möchte, kann sich bei der Caritas Kärnten melden. Interessierte werden noch im Oktober auf ihren Einsatz vorbereitet.