Nach dem Tod ihres Mannes sollte eine 82-jährige Wienerin professionell betreut werden. Doch die installierten Kameras enthüllten einen schockierenden Vorfall.
Nach einem erfüllten Leben mit harmonischer Ehe und vier Kindern durchlebte Regina G. (Name geändert) in den letzten Jahren schwere Zeiten. Ihr Ehemann erkrankte schwer, und bis zu seinem Tod Anfang dieses Jahres pflegte die heute 82-Jährige ihn aufopferungsvoll zu Hause. Nach seinem Ableben verschlechterte sich ihr Zustand merklich. Familienmitglieder berichten, dass sie „ziemlich eingebrochen“ sei, besonders auf psychischer Ebene. Zunehmende Vergesslichkeit führte schließlich zur Diagnose Demenz.
Trotz ihrer Erkrankung konnte die Seniorin weiterhin in ihrer eigenen Wohnung leben. Um ihre Sicherheit zu gewährleisten, installierte einer ihrer Söhne Überwachungskameras, die ihm eine regelmäßige Kontrolle des Wohlbefindens seiner Mutter per Mobiltelefon ermöglichten. Für die notwendige stundenweise Betreuung wandte sich die Familie zunächst an eine bekannte Pflegeeinrichtung. Der Antrag wurde jedoch vor vier Monaten mit der Begründung abgelehnt, dass Mitarbeiter während ihrer Tätigkeit nicht gefilmt werden dürften.
⇢ 95-jährige Täterin: Holocaust-Überlebende (89) im Seniorenheim brutal getötet
Häusliche Betreuung
Daraufhin nahm die Familie die Dienste eines anderen Pflegevereins in Anspruch. Am vergangenen Donnerstag ereignete sich dann das Unvorstellbare: Die Wienerin wurde von einem Pfleger sexuell missbraucht – eine Tat, die durch die Videoüberwachung dokumentiert wurde. Noch am selben Abend erfolgte die Festnahme des mutmaßlichen Täters, eines 25-jährigen gebürtigen Afghanen.
Schwere Traumata
Ihm droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Der Rechtsvertreter des Opfers, Manfred Arbacher-Stoger, schildert die Situation: „Meine Klientin ist schwer traumatisiert. Trotz ihrer Demenzerkrankung kann sie sich nämlich phasenweise an die Gräueltat erinnern.“ Die 82-Jährige leidet unter wiederkehrenden Weinkrämpfen.
Angehörige bleiben nun rund um die Uhr an der Seite der schwer gezeichneten Frau.
Besonders gefährdete Gruppe
Der Fall reiht sich in eine besorgniserregende Statistik ein: Laut dem Sozialministerium sind Menschen mit Demenz besonders häufig von verschiedenen Formen der Gewalt betroffen, darunter auch sexuelle Übergriffe. Die Dunkelziffer wird als hoch eingeschätzt, da die Betroffenen aufgrund ihrer Erkrankung oft nicht in der Lage sind, sich selbst zu wehren oder Vorfälle zu melden. Sowohl Angehörige als auch professionelle Pflegekräfte sind gefordert, sensibel auf Anzeichen zu achten und effektive Schutzmechanismen zu etablieren.