Ein Kreuzfahrtschiff, ein tödliches Virus und 23 Passagiere, die unbemerkt in alle Welt weitergereist sind – die Lage spitzt sich zu.
Ein Bericht der spanischen Zeitung „El País“ hat die ohnehin beunruhigende Situation rund um das Kreuzfahrtschiff MV Hondius um eine weitere Dimension erweitert und international für Aufsehen gesorgt. Zusätzlich kursiert ein Video des Kapitäns, in dem er sich nach dem ersten Todesfall an die Passagiere wandte und das Schiff als „nicht infektiös“ bezeichnete – der Tod sei auf „natürliche Ursachen“ zurückzuführen.
Ein türkischer Reiseblogger, der die Ansprache filmte, übte in der Folge scharfe Kritik am Umgang der Schiffsführung mit der Krise. Zahlreiche Gäste hätten sich nach der Durchsage weiterhin ohne Masken frei bewegt und gemeinsam gespeist.
Stopp in St. Helena
Im Zentrum der Enthüllung stehen die Ereignisse während des Aufenthalts des Schiffes auf St. Helena. Dort wurde der erste Todesfall an Land gebracht; die Ehefrau des Infizierten verließ das Schiff ebenfalls – sie starb kurz darauf in Südafrika.
Einer anonymen Quelle zufolge sollen darüber hinaus 23 weitere Passagiere das Schiff in St. Helena verlassen und von dort aus in verschiedene Länder weitergereist sein. Über ihre genauen Reiserouten und Aufenthaltsorte ist bislang nichts bekannt.
Eine dieser Personen soll sich inzwischen in der Schweiz in medizinischer Behandlung befinden – auch bei ihr wurde das Hantavirus (durch Nagetiere übertragenes Virus) nachgewiesen.