Düstere Prognosen für den Arbeitsmarkt: Nationalbank-Chef Kocher sieht erst im Frühjahr eine Trendwende bei den Arbeitslosenzahlen, mahnt aber zur Vorsicht.
Martin Kocher war am 2. Jänner zu Gast bei Margit Laufer in der ZiB 2. Neben der Brandkatastrophe in Crans-Montana (Schweiz) stand vor allem die steigende Arbeitslosigkeit in Österreich im Mittelpunkt der Sendung. Die Arbeitsmarktdaten zeigen eine kontinuierliche Verschlechterung über die vergangenen drei Jahre.
Ende Dezember waren knapp 435.000 Menschen ohne Beschäftigung. Der Nationalbank-Gouverneur und frühere Wirtschaftsminister räumte die angespannte Situation ein: „Natürlich ist es nicht angenehm, wenn die Lage ist wie jetzt. (…) Erst am Ende einer Rezession im Laufe des Frühjahrs erwarten wir weniger Arbeitslose als vergangenes Jahr.“
⇢ Düstere Arbeitsmarktbilanz: Langzeitarbeitslose steigen um 13 Prozent
Wirtschaftliche Aussichten
In seiner Einschätzung mahnte Kocher zur Zurückhaltung: „Wir dürfen nicht zu optimistisch sein. (…) Aber wir sehen in verschiedenen Branchen Anzeichen einer Aufschwungsphase.“ Als Ursachen für die aktuelle wirtschaftliche Unsicherheit nannte er internationale Konflikte und Probleme im Welthandel. Dennoch gebe es positive Signale: „Es sieht so aus, als würde es nach oben gehen.“ Gleichzeitig betonte er: „Wir müssen weiterhin vorsichtig sein.“
Inflationsprognose
Zur Preisentwicklung erklärte der Nationalbank-Chef: „Die ÖNB rechnet mit 2,4 Prozent Inflationsrate. 2027 soll sie gegen zwei Prozent gehen.“ Für die Jahre 2027 und 2028 prognostizierte er eine Angleichung an den Durchschnitt der Eurozone. „Es geht in die richtige Richtung! Mittel- und langfristig muss Österreich vorbereitet sein.“ Als Schlüsselmaßnahmen empfahl Kocher die Stärkung des Wettbewerbs und mehr Transparenz.
Bei dem verheerenden Feuer in einer Diskothek im Schweizer Skiort Crans-Montana kamen mindestens 40 Menschen ums Leben.
Ein Experte erläuterte in der Sendung, warum sich das Feuer in der Bar so rasch ausbreiten konnte.