Ein katalanischer Streamer ist in der Silvesternacht während einer Live-Übertragung verstorben, nachdem er erhebliche Mengen Kokain und Alkohol zu sich genommen hatte. Sergio Jimenez Ramos, der online unter den Pseudonymen „Sancho“ oder „Sssanchopanza“ auftrat, starb während einer Herausforderung, die er für seine zahlenden Zuschauer durchführte. Die katalanische Polizeieinheit Mossos d’Esquadra hat Ermittlungen eingeleitet und eine Obduktion angeordnet, um die exakten Umstände des Todesfalls zu klären.
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die wachsende Problematik gefährlicher Inhalte auf Videoplattformen und in privaten Netzwerkgruppen, die zunehmend ins Visier von Aufsichtsbehörden geraten.
Tödliche Challenge
Der 37-jährige Jimenez hatte die verhängnisvolle Sendung als exklusiven Videocall für seine zahlenden Follower konzipiert. Das Format basierte auf einem Spendenmechanismus, bei dem Zuschauer gegen Geld Aufgaben vorschlagen konnten, deren Umsetzung sie dann live mitverfolgen durften. Der verstorbene Streamer war in einem digitalen Umfeld groß geworden, das maßgeblich von kontroversen Persönlichkeiten wie Simon Perez geprägt ist.
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Perez, selbst bekannt für extreme Livestreams und bezahlte Challenges, musste im Vorjahr nach einem seiner Auftritte medizinisch versorgt werden. Nach Jimenez‘ Tod veröffentlichte Perez eine Videobotschaft, in der er behauptete, der Verstorbene habe binnen drei Stunden bis zu sechs Gramm Suchtmittel konsumiert. Gleichzeitig betonte Perez, er habe seinen Kollegen zuvor vor den Gefahren einer möglichen Überdosierung gewarnt.
Trash-Streaming-Risiken
Der aktuelle Todesfall weist Parallelen zu einem Vorfall aus dem Jahr 2025 auf, bei dem ein französischer Content-Creator während einer Liveübertragung verstarb. Beide Fälle verdeutlichen die Risiken des sogenannten „Trash-Streamings“ – einer Praxis, bei der Internetpersönlichkeiten extreme und gesundheitsgefährdende Aktionen durchführen, um Reichweite und finanzielle Zuwendungen zu generieren.
Häufig fehlen dabei sowohl ausreichende Risikohinweise als auch effektive Kontrollmechanismen. Die Mischung aus extremen viralen Inhalten, dem Druck des Publikums und dem Streben nach digitaler Aufmerksamkeit löst bei Fachleuten und Behörden zunehmend Alarmbereitschaft aus. Sie weisen darauf hin, dass derartige Formate für die Beteiligten lebensgefährlich sein können.