52 Meter tief, ein Wrack, vier Tote – und ein Unglück, das Experten seit Jahren kommen sahen.
Die gesunkene Segelyacht, die in den schweren Seeunfall vor Split verwickelt war, ist in einer Tiefe von 52 Metern im Bereich der Splitska Vrata (Meerenge bei Split) geortet worden. Taucher und Drohnen der kroatischen Marine haben das Wrack aufgespürt – und dabei auch den leblosen Körper jener Person entdeckt, nach der zuvor intensiv gesucht worden war. Das berichtete HRT-Journalistin Anita Markovina Radnic in den Abendnachrichten. Bei der Kollision zwischen einem Katamaran und der Segelyacht kamen drei tschechische Staatsbürger ums Leben.
Schwierige Bergung
Die Ermittlungsbehörden arbeiten nun daran, den genauen Unfallhergang zu rekonstruieren. Zeugenaussagen, Beweismaterial und Videoaufnahmen sollen Aufschluss darüber geben, wie es zu dem Zusammenstoß in einem der meistbefahrenen Abschnitte der gesamten Adria kommen konnte. Im Einsatz sind Polizei, Seepolizei, Staatsanwaltschaft sowie die Agentur für die Untersuchung von Seeunfällen, die den technischen Teil der Ermittlungen übernimmt. Die Bergung des Wracks gestaltet sich aufgrund der beträchtlichen Wassertiefe und der Notwendigkeit, potenzielle Beweise zu sichern, als außerordentlich schwierig.
Drei Personen erlitten bei dem Unglück leichte Verletzungen und konnten nach der Erstversorgung entlassen werden. Eine weitere Person befindet sich wegen Wirbelsäulenverletzungen weiterhin in Behandlung.
Experten sprechen von einem beispiellosen Unfall in der Geschichte der kroatischen Seefahrt.
Bekannte Sicherheitsmängel
Seit Jahren mahnen Fachleute, dass an neuralgischen Punkten der Adria die Verkehrskontrolle völlig unzureichend sei – die Splitska Vrata gelten dabei als das Nadelöhr schlechthin. Neben den Splitska Vrata zählen auch der Hafen von Split sowie die Fahrrinne zwischen Hvar und den Paklinski-Inseln zu den am stärksten frequentierten Gewässern der Region.
Jurica Gaspar, Redakteur des Portals Morski.hr, machte in der Sendung Studio 4 deutlich, dass die Probleme der Schifffahrtssicherheit in diesem Gebiet seit Jahren bekannt seien – ohne dass konkrete Maßnahmen ergriffen worden wären. „Schon vor einigen Jahren haben wir vor den möglichen Folgen einer unzureichenden Verkehrskontrolle auf den meistbelasteten Routen gewarnt. Ein erfahrener Kapitän der Hochseeschifffahrt, der jahrelang auf Fährlinien gearbeitet hat, sagte uns damals offen: Wenn sich nichts ändert, wird früher oder später ein Unfall mit Todesfolge passieren“, so Gaspar.