Start NEWS POLITIK Kommt Corona-Impfstoff „Sputnik V“ auch in Österreich? Das sagt Kanzler Kurz
ZULASSUNG?

Kommt Corona-Impfstoff „Sputnik V“ auch in Österreich? Das sagt Kanzler Kurz

(FOTOS: BKA/Dragan Tatic, Wikimedia Commons/М. Мишина)

Die Daten zur Wirksamkeit des russischen Impfstoffs Sputnik V sind zwar vielversprechend, doch der Weg zur Zulassung durch die EMA scheint noch weit. Und was sagt der Bundeskanzler zur russischen Vakzine?

Am Dienstag  vermeldeten die Entwickler der Vektorimpfung Sputnik V im angesehenen Fachblatt „The Lancet“ einen Durchbruch. Das russische Vakzin Sputnik V, dem man im Westen bisher eher skeptisch gegenüberstand, erwies sich in einer unabhängig geprüften Phase-drei-Studie zu rund 91,6 Prozent wirksam. Nun blickt man in der EU und auch in Österreich in Richtung Zulassungsverfahren: Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) plädiert etwa dafür, dass es bei der Frage der Zulassung von Impfstoffen „keine geopolitischen Tabus“ geben dürfe.

„Die Europäische Arzneimittel-Agentur sollte natürlich auch die Zulassung von chinesischen Impfstoffen oder des russischen Impfstoffs prüfen“, sobald diese den Antrag gestellt hätten, erklärte Kanzler Kurz. „Denn im Kampf gegen die Pandemie ist jeder zusätzliche Impfstoff, der wirksam ist und zugelassen wird, wichtig“, so der Bundeskanzler.

Die Erfolge der Unternehmen Biontech/Pfizer und Moderna bei der Entwicklung von Impfstoffen seien genauso bedeutsam wie jene von AstraZeneca oder von russischen oder chinesischen Unternehmen. „Nur gemeinsam durch internationale Zusammenarbeit werden wir diese Pandemie besiegen können“, betonte Kurz.

Von der Leyen offen für „Sputnik“-Zulassung
Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte sich am Dienstag offen für eine mögliche Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union gezeigt. Wenn die russischen ebenso wie die chinesischen Hersteller Transparenz zeigten und „alle Daten“ zu ihren Vakzinen offenlegten, könnten sie möglicherweise Zulassungen erhalten, wurde von der Leyen zitiert.

Russland hatte bereits im Dezember damit begonnen, Risikogruppen mit „Sputnik V“ zu impfen, und im Jänner seine großangelegte Impfkampagne gestartet. Zugelassen worden war das vom Gamaleja-Forschungszentrum entwickelte und nach einem sowjetischen Satelliten benannte Vakzin in Russland schon im August – noch vor Abschluss der finalen Studien. Dieses Vorgehen war international auf scharfe Kritik und Vorbehalte gestoßen.

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