Kosovo: 20 Jahre Frieden und immer noch keine Ruhe

ANGESPANNTE SITUATION

Kosovo: 20 Jahre Frieden und immer noch keine Ruhe

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(FOTOS: Reporterreisen.com/Uli Reinhardt)

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Am 12. Juni 1999 zogen Miloševićs Einheiten aus der abtrünnigen serbischen Provinz Kosovo und Metochien ab und die NATO-Friedenstruppe KFOR rückte ein.

Im Frühjahr 1999 führte die jugoslawische Armee und serbische Polizei Krieg gen die kosovarisch-albanischen Rebellen UÇK (Kosovo-Befreiungsarmee). Am 24. März begannen die fast drei Monate andauernden Luftangriffe durch die NATO gegen Jugoslawien (KOSMO berichtete), um die „humanitäre Katastrophe am Kosovo“ zu verhindern und das Milošević-Regime „in die Knie zu zwingen“.

Am 10. Juni, nach insgesamt 78 Tagen, endeten die Angriffe. Nachdem die KFOR in den Kosovo zog, kehrten Hunderttausende albanische Flüchtlinge in den Kosovo zurück, während 250.000 Serben die Region verließen. Bis heute wird heftig darüber diskutiert, ob die NATO-Luftangriffe völkerechtswidrig waren.

Die NATO-Mitgliedsstaaten versuchten die Befugnis für die Militäraktion vom UN-Sicherheitsrat zu bekommen, wurden aber durch ein Veto Chinas und Russlands gestoppt. Nichtsdestotrotz starteten die Angriffe, welche als humanitäre Intervention bezeichnet wurden, ohne die Zustimmung des zuständigen Organes.

Fragiler Frieden am Balkan
Bereits seit Jahrzehnten herrscht zwischen Serbien und dessen abtrünniger Provinz Kosovo, die 2008 ihre Unabhängigkeit erklärte, mehr als nur Krisenstimmung. In den vergangenen Wochen spitzte sich die Lage jedoch soweit zu, dass man glauben könnte, 30 Jahre ein die Vergangenheit zurückversetzt geworden zu sein.

Ein kleiner Funke, und sei es nur der kleinste Zeitungsbericht, könnte in dieser angespannten Lage nicht nur ein Feuer, sondern eine Explosion ungeahnten Ausmaßes auslösen, die leicht auf die instabilen Nachbarländer von Serbien und Kosovo überschwappen könnte.

Polizei-Razzien mit übertriebener Gewaltanwendung, Zölle in immens hohem Ausmaß gegen Serbien, großalbanische Bestreben und machen den Frieden fragiler als je zuvor.

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