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Naturphänomen

Kroatien von Meteotsunami getroffen: Urlauber flüchten vor Wasser (VIDEO)

Kroatien von Meteotsunami getroffen: Urlauber flüchten vor Wasser (VIDEO)
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Kroatien-Urlaub mit Schockmoment: Auf Hvar zog sich das Meer plötzlich zurück – und kehrte ebenso schnell wieder.

In der Nacht auf Donnerstag hat ein sogenannter Meteotsunami (wetterverursachter Tsunami) auf der kroatischen Insel Hvar für außergewöhnliche Szenen gesorgt. Besonders deutlich war das Phänomen in Stari Grad zu beobachten, wo der Meeresspiegel gegen 23 Uhr abrupt um mehr als 30 Zentimeter anstieg. In tiefer gelegenen Bereichen der Uferpromenade stand das Wasser bis zu den Knien, woraufhin Touristen die betroffenen Zonen rasch verließen.

Wenig später kehrte sich die Bewegung um: Der Wasserstand sank rund 60 Zentimeter unter das gewöhnliche Niveau, sodass mehrere kleinere Boote den Meeresboden berührten oder nahezu trocken lagen.

Wetterfront als Auslöser

Anders als bei einem klassischen Tsunami liegt die Ursache dieses Ereignisses nicht in seismischer Aktivität. Beim Meteotsunami sind es rasche Luftdruckveränderungen und intensive Wetterfronten, die das Wasser in Bewegung versetzen. Die dabei entstehenden Wellen können sich über weite Strecken ausbreiten und sich in bestimmten Buchtenformen erheblich verstärken.

Meteotsunamis entstehen laut dem Kroatischen Wetter- und Hydrologischen Dienst (DHMZ) durch starke kleinräumige Luftdruckstörungen und können an der Adria erhebliche Schäden in Küstenorten verursachen.

Ausgangspunkt des Meteotsunamis war ein kräftiges Gewittersystem, das sich über Norditalien gebildet hatte und anschließend über Teile der nördlichen und mittleren Adria hinwegzog. Neben Hvar verzeichneten auch Pula und Zadar ungewöhnliche Meeresspiegelschwankungen. Im Raum Zadar rückten Feuerwehren wegen umgestürzter Bäume und herabgefallener Äste zu mehreren Einsätzen aus, zudem kippte eine Segeljacht an einer Uferpromenade um.

Besonders starke Windböen wurden darüber hinaus auf den Inseln des Zadar-Archipels sowie im Bereich Losinj gemessen.

Gefahr in Häfen

Für viele Urlauber kam die plötzliche Veränderung des Meeresspiegels völlig überraschend. Videoaufnahmen aus Stari Grad zeigen, wie Passanten die Uferbereiche eilig räumen, während das Wasser ungewöhnlich schnell steigt. Nach dem Rückgang wurden Teile des Hafenbeckens freigelegt, die unter normalen Umständen dauerhaft unter Wasser liegen.

Der Kroatische Wetter- und Hydrologische Dienst weist darauf hin, dass besonders Häfen und Buchten an der kroatischen Adria gefährdet sind, weil dort meteorologische Tsunamis gefährliche Meeresspiegelschwankungen verstärken können.

Zieht sich das Meer auffällig rasch zurück oder tritt es plötzlich über die Ufer, sollten Menschen Abstand von Hafenbecken, Promenaden und niedrig gelegenen Küstenabschnitten halten. Auch der freigelegte Meeresgrund sollte nicht betreten werden, da das Wasser jederzeit ebenso schnell zurückkehren kann.

Meteotsunamis erreichen zwar in der Regel nicht die Ausmaße erdbebenbedingter Tsunamis, können jedoch in engen Häfen und Buchten durchaus gefährlich werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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