Was als entspannter Freitagabend in einem der traditionsreichsten Eissalons Wiens geplant war, endete für eine langjährige Stammkundin mit Frust, leeren Händen und einer enttäuschenden Erinnerung. Nun hat sich das Unternehmen Tichy erstmals zu dem Vorfall geäußert – doch die betroffene Wienerin zeigt sich von der Stellungnahme wenig überzeugt.
Die Kundin schilderte, dass sie gemeinsam mit ihrer Begleitung am späten Freitagabend ein Bananensplit mit Sonderwünschen bestellte. Doch das servierte Eis war nicht nur falsch, sondern auch völlig zerlaufen. Noch gravierender war für sie allerdings der Umgang der Mitarbeiterinnen mit ihrer berechtigten Reklamation: Statt eine Lösung zu finden, sei sie ignoriert, abgewiesen und am Ende regelrecht abgefertigt worden – mit dem Satz: „Es kommen eh genug andere Kunden.“ Eine Aussage, die sie tief verletzte.
Tichy bezieht Stellungnahme
In der Stellungnahme, zeigt sich das Unternehmen bemüht um Schadensbegrenzung: „Mit Bedauern haben wir die Beschwerden im Internet gelesen und möchten uns für die Vorfälle entschuldigen.“
Man verweist auf einen außergewöhnlich hohen Gästeandrang am besagten Tag und darauf, dass viele der Servicemitarbeiterinnen neu im Team seien und noch nicht ausreichend auf diesen Ansturm vorbereitet gewesen wären. Zusätzlich sei eine Theke sowie ein Teil des Stroms ausgefallen, wodurch das Eis versehentlich einem anderen Gast serviert worden sei.
Weiter heißt es: „Leider ist die Beschwerdeschreiberin bereits gegangen, als das Missgeschick aufgefallen ist. Wir bedauern den Vorfall zutiefst, bitten unser Kundinnen aber auch, sich bei derartigen Enttäuschungen direkt an uns zu wenden, damit wir eine gemeinsame Lösung finden können.“
Der umstrittene Satz „Wir haben genug Gäste“ sei dem Unternehmen zufolge dem Personal „noch nie über die Lippen gekommen“ – man versuche aktuell zu klären, ob und wer das gesagt haben könnte.
Kundin widerspricht Darstellung
Die betroffene Leserin hält jedoch an ihrer Version fest. Gegenüber der Redaktion betont sie erneut: „Diese Worte wurden ganz klar ausgesprochen – nicht nur ich habe sie gehört, sondern auch meine Begleitung. Das war kein Missverständnis.“ Auch das Ausbleiben eines echten Entgegenkommens enttäuscht die Stammkundin: Weder ein Ersatz-Eis noch eine kleine Geste der Wiedergutmachung habe es gegeben. „Ich hatte jahrelang nur positive Erlebnisse dort – aber jetzt bin ich vom Personal enttäuscht und traurig darüber.“
Trotzdem nimmt sie die Entschuldigung des Unternehmens an: „Die Geschäftsführung kann ja nicht wissen, wie frech manche der Kellnerinnen zu den Gästen sind – das sieht man als Chef vermutlich nicht immer.“