Die Arbeiten an der Wiener Stadtstraße schreiten zügig voran. Wie Thomas Keller, Leiter der Abteilung Straßenbau in der MA 28 (Magistratsabteilung für Straßenverwaltung und Straßenbau), im ORF berichtet, ist das Gesamtprojekt bereits zu 60 Prozent fertiggestellt. Bei den Tunnelabschnitten liegt der Fortschritt sogar bei 80 Prozent. Aktuell konzentrieren sich die Baumaßnahmen auf die Hausfeldstraße und die Ostbahnbegleitstraße, wo mittels Bohrsonden die Tunnel weiter vertieft werden. Noch vor Jahresende wird mit dem Tunneldurchstich gerechnet.
Unterirdische Abschnitte
Das 3,3 Kilometer lange Infrastrukturprojekt umfasst zwei unterirdisch verlaufende Abschnitte. Im Bereich der Blumengärten Hirschstetten sind die Tunnelarbeiten an der Oberfläche kaum noch wahrnehmbar. Anders stellt sich die Situation an der Hausfeldstraße dar, wo nach wie vor intensive Bautätigkeit herrscht. Trotz der beachtlichen Baufortschritte bleibt offen, ob der anvisierte Fertigstellungstermin Ende 2026 eingehalten werden kann.
Verkehrsbeeinträchtigungen
Die laufenden Bauarbeiten beeinträchtigen weiterhin den Verkehrsfluss. Die eingerichteten Umleitungen bleiben voraussichtlich bis Herbst 2026 bestehen. Während die unterirdischen Bauabschnitte nahezu vollendet sind, müssen Verkehrsteilnehmer noch für längere Zeit mit den bestehenden Verkehrsführungen rechnen.
Noch vor Jahresende wird mit dem Tunneldurchstich gerechnet.
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Zeitplan und Kritik
Obwohl die Bauarbeiten gut voranschreiten, liegt das Projekt insgesamt deutlich hinter der ursprünglichen Zeitplanung. Lieferengpässe und erheblich gestiegene Baukosten haben zu Verzögerungen geführt. Experten rechnen inzwischen mit einem Zeitverzug von bis zu einem Jahr, wodurch die vollständige Verkehrsfreigabe voraussichtlich erst 2027 erfolgen dürfte.
Während die Stadt Wien von einer spürbaren Entlastung der Wohngebiete durch das Projekt ausgeht, bleibt die Stadtstraße umstritten. Umweltorganisationen kritisieren den erhöhten Flächenverbrauch und die Bodenversiegelung. Im Jahr 2024 wurde das Infrastrukturprojekt von Greenpeace sogar zur größten „Betonsünde“ Wiens erklärt. Die Umweltschützer befürchten zudem eine Zunahme des motorisierten Verkehrs in der Umgebung, sobald die Stadtstraße in Betrieb geht.