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Verbrauchertäuschung

Lachs-Kritik: Nur 3 von 84 Produkten klar rückverfolgbar

Lachs-Kritik: Nur 3 von 84 Produkten klar rückverfolgbar
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Siegel, Codes, Versprechen – doch wer steckt wirklich hinter dem Lachs im Kühlregal? Ein Test liefert ernüchternde Antworten.

Zahlreiche Lachsprodukte in österreichischen Supermärkten vermitteln durch aufgedruckte Siegel oder Codes den Eindruck, ihre Herkunft sei lückenlos nachvollziehbar. Unter den 84 untersuchten Erzeugnissen trugen besonders viele das GGN-Label (37 Produkte) oder das ASC-Siegel (neun Produkte); hinzu kamen händlereigene Tracking-Systeme. All diese Instrumente sollen die Lieferkette – etwa über Online-Abfragen oder Produktcodes – transparent machen.

Siegel ohne Substanz

Laut Foodwatch klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit jedoch eine erhebliche Lücke: Bei GGN-Recherchen erscheinen demnach häufig nicht die Herkunftsfarm, sondern lediglich Händlerangaben oder Listen mit bis zu 44 möglichen Produzenten. In einzelnen Fällen hätten solche Systeme fehlerhafte oder widersprüchliche Ergebnisse ausgespielt.

Auch ASC-Abfragen seien für Konsumentinnen und Konsumenten kaum brauchbar: „Die aufgedruckten Codes führen ausschließlich zu Lieferanten, nicht zu konkreten Zuchtbetrieben – bei falscher Menüauswahl werden sogar irreführende Ergebnisse angezeigt.“ Wer von echter Transparenz sprechen wolle, müsse ein Produkt eindeutig einer bestimmten Farm zuordnen können – „alles andere ist irreführend“, so die Konsumentenschützer.

Genau das war jedoch die Ausnahme: Im von Foodwatch Österreich durchgeführten Test ließ sich lediglich bei drei der 84 geprüften Produkte die Herkunft bis zu einer einzelnen Fischfarm zurückverfolgen, wie die Organisation am Mittwoch mitteilte. Bei 26 Erzeugnissen fehlte jede Möglichkeit zur Herkunftsrecherche; bei weiteren 55 war eine eindeutige Zuordnung nicht in ausreichendem Maße möglich.

Foodwatchs Forderungen

„Immer wieder werden skandalöse Vorkommnisse von einzelnen Aquafarmen und Produzenten bekannt“, moniert Foodwatch. „Ein Großteil der in Österreich verkauften Lachsprodukte stammt aus genau solchen Aquakulturen.“ Mangelnde Transparenz „schützt ein System, das furchtbares Tierleid und hohe Verluste in Kauf nimmt“, kritisierte Indra Kley-Schöneich, Leiterin von Foodwatch Österreich.

Die Organisation spricht sich für eine tatsächlich belastbare Rückverfolgbarkeit, unabhängige Kontrollen sowie dafür aus, dass Fischfarmen mit dokumentiertem Massensterben künftig keine Zertifizierung mehr erhalten dürfen.