In Wien formiert sich sechs Wochen nach Beginn des neuen Schuljahres ein Protest der Pflichtschullehrergewerkschaften. Am Donnerstag um 17.00 Uhr haben die Lehrkräfte vor der Bildungsdirektion eine Kundgebung geplant. Der Aufruf der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) richtet sich gegen immense Überlastung, Personalmangel und steigende bürokratische Anforderungen, die den Schulalltag zunehmend erschweren.

Sprachbarrieren und weitere Herausforderungen
Aktuelle Umfragen zeigen, dass die Hälfte der Wiener Pflichtschullehrer berichten, mindestens die Hälfte ihrer Schüler habe Schwierigkeiten, dem Unterricht aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse zu folgen. Hinzu kommen Berichte über respektloses Verhalten und Übergriffe durch Schüler, während es an effektiven Sanktionsmöglichkeiten fehlt. Die Bildungsdirektion selbst kämpft mit knappen Ressourcen und technischen Problemen, die den Lehrermangel verschärfen.
Krebs fordert eine nachhaltige Entlastung des Lehrpersonals und gerechte Arbeitsbedingungen. Er plädiert für den Einsatz von Schulsozialarbeitern und Schulpsychologen an jedem Schulstandort, um die Bildungsqualität zu sichern. In den Kindergärten sind kleinere Gruppen und mehr Sprachfördermaßnahmen erforderlich. Die Lehrerausbildung sollte mit einem verstärkten Praxisbezug reformiert werden, um die künftigen Lehrkräfte besser vorzubereiten.

Pläne für Unterstützungsteams an Wiener Schulen
Die seit dem Frühjahr konstant geäußerten Warnungen der Gewerkschaften vor den Belastungsgrenzen der Lehrer sollen durch die Kundgebung, die außerhalb der Unterrichtszeit stattfindet, verdeutlicht werden. Sollte die Protestaktion ergebnislos bleiben, sind drastischere Maßnahmen denkbar.
Die Stadt Wien hat auf die Forderungen der Gewerkschaften reagiert und die Einführung multiprofessioneller Teams an 52 Pflichtschulstandorten angekündigt. Diese Teams, bestehend aus klinischen Psychologen, Sozialpädagogen, Sozialarbeitern und Ergotherapeuten, sollen das Lehrpersonal unterstützen. Zudem sind zwei mobile Teams für flexible Einsätze vorgesehen.
Demo gegen FPÖ-Vorschlag „Meldestelle für politisierende Lehrer“
Auch die Unabhängigen Lehrergewerkschafter der ÖLI-UG engagieren sich für die bevorstehenden Proteste. Neben der Kundgebung vor der Bildungsdirektion haben sie Protestaktionen vor dem Bildungsministerium und am Ballhausplatz geplant, um gegen die von der FPÖ vorgeschlagene „Meldestelle“ für „politisierende Lehrer“ zu protestieren. Sie fordern ausreichende Ressourcen und Unterstützung durch multiprofessionelle Teams sowie die Priorisierung der Bildungspolitik in den laufenden Regierungsverhandlungen.
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Der überfraktionelle Dienststellenausschuss der Fachspezifischen Sonderpädagogik unter dem Vorsitz der ÖLI-UG hat für den 21. Oktober eine Versammlung für rund 1.500 Bedienstete einberufen, um auf die harten Arbeitsbedingungen in der Sonderpädagogik aufmerksam zu machen. An diesem Tag wird nur ein Journaldienst angeboten.