Licht trifft Klang – und diesmal gleich an zwei Schauplätzen: Ein Kultfestival wagt einen großen Neustart.
Das „Klanglicht“-Festival ist in Graz längst ein etablierter Publikumsliebling. Von 23. Oktober bis 7. November verwandelt es diesmal den Park von Schloss Eggenberg in einen Ort für Klang- und Lichtkunst – allerdings erstmals gegen Eintritt. Gleichzeitig feiert das Festival seine Wiener Premiere: Von 23. Oktober bis 10. Jänner erstrahlt der Schwarzenberggarten am Wiener Belvedere im Zeichen des Projekts.
Seit seiner Gründung im Jahr 2015 war der Rundgang durch die Klang- und Lichtinstallationen für das Publikum weitgehend kostenlos zugänglich – das Kunstprojekt spielte sich im öffentlichen Raum von Graz ab. Massive Budgetkürzungen machen dieses Modell nun hinfällig. Mit einem neuen Ticketsystem – 19 Euro im Vorverkauf, 24 Euro an der Abendkasse – startet das Festival gewissermaßen neu, diesmal im Park von Schloss Eggenberg.
Schloss Eggenberg
Diesen Schauplatz kennt das Festival bereits aus der Corona-Zeit. „Wir bespielen heuer aber nicht nur den Park, sondern auch Innenräume wie die Kapelle und den Planetensaal“, erzählt Kuratorin Birgit Lill-Schnabl und verspricht den Besuchern auch heuer ein immersives Erlebnis der Sonderklasse. Unter dem Motto „Zeit – Kosmos.Geschichte.Gegenwart.Zukunft“ sind in Graz von 23. Oktober bis 7. November 14 Installationen von internationalen und nationalen Klang- und Lichtkünstlern zu sehen.
Was das Grazer Publikum seit Jahren begeistert – im vergangenen Jahr zählte das Festival mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher – hat nun auch die Bundeshauptstadt Wien auf sich aufmerksam gemacht. Georg Hoanzl bringt das Konzept erstmals nach Wien, in sein Theater im Park am Belvedere. Im Schwarzenberggarten entsteht von 23. Oktober bis 10. Jänner ein Parcours mit zwölf Installationen heimischer und internationaler Klang- und Lichtkünstler.
Wiener Premiere
Das Projekt knüpft dabei an historische Wurzeln an: Bereits im 19. Jahrhundert fanden in dem Garten mit Blick auf das Schloss sogenannte Illuminationen statt – nun kehren die Lichter in zeitgenössischer Form zurück. Bewusst setzt Kuratorin Birgit Lill auf künstlerische Arbeiten, um sich von den vielen kommerziellen Lichterparks der Vorweihnachtszeit abzusetzen – geplant sind unter anderem Werke von Yazuhiro Chida, Alfredo Barsuglia, Luke Jerram und Katja Paternoster.
Hoanzl hat sich die Lizenzrechte für das Konzept gleich für drei Jahre gesichert – ein klares Bekenntnis zum Projekt. „In Zeiten, in denen in der Kultur vor allem vom Sparen gesprochen wird, ist es schön, dass wir mit unserem Festival einen Schritt nach vorne gehen können“, sagt Bernhard Rinner, Geschäftsführer der Bühnen Graz, die das „Klanglicht“ veranstalten.
Wie es mit dem Festival in Graz ab dem kommenden Jahr weitergeht, ist derzeit noch offen. „Wir bleiben Graz natürlich treu und es wird ein tolles Festival geben. Aber ob in Eggenberg oder an einem anderen Ort der Stadt ist noch nicht klar“, sagt Birgit Lill-Schnabl. Tickets für beide Festivalstandorte sind bereits erhältlich, das vollständige Programm soll im Spätsommer vorgestellt werden.