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Lotterieglück

Lotto-Glück der Extraklasse: Original Picasso für 100 Euro

Lotto-Glück der Extraklasse: Original Picasso für 100 Euro
Foto: epa/CHRISTOPHE PETIT TESSON
3 Min. Lesezeit |

Ein Lotterieticket, ein Meisterwerk – und plötzlich hängt ein Original-Picasso im Wohnzimmer eines Pariser Software-Verkäufers.

Für umgerechnet kaum mehr als den Preis eines Pariser Abendessens ist Ari Hodara nun stolzer Besitzer eines Picassos. Der Kunstliebhaber und Software-Vertriebsmitarbeiter aus Paris zog bei der Verlosung „1 Picasso für 100 Euro“ das Glückslos – genauer gesagt: Los Nummer 94715. Damit gehört ihm fortan die Gouache „Tête de Femme“ aus dem Jahr 1941, ein Werk, dessen Marktwert Experten auf weit über eine Million Dollar schätzen.

Als Péri Cochin, eine der Organisatorinnen der Aktion, Hodara vergangenes Wochenende während einer Live-Übertragung anrief und ihm die Neuigkeit überbrachte, war seine erste Reaktion ungläubiges Staunen. „Wie kann ich überprüfen, dass das kein Scherz ist?“, fragte er am Telefon. Cochin wechselte kurzerhand zum Videoanruf und zeigte ihm das Publikum im Saal.

Hodaras Zweifel wichen rasch der Freude. „Kann man unglücklich darüber sein, einen Picasso zu gewinnen? Nein, ich glaube nicht“, sagte er lachend. Insgesamt standen 120.000 Lose zu je 100 Euro – rund 117 Dollar – zum Kauf bereit. Der gesamte Erlös fließt an die Alzheimer-Forschungsstiftung, die klinische Forschung zu dieser Erkrankung europaweit fördert.

Das Werk

Das verloste Werk selbst trägt eine bemerkenswerte Geschichte in sich. Laut der Opera Gallery, die das Gemälde für die Aktion zur Verfügung stellte, entstand „Tête de Femme“ in jenem Pariser Atelier, in dem Picasso einst auch sein weltbekanntes Antikriegsgemälde „Guernica“ schuf – mitten im Zweiten Weltkrieg, während weite Teile Frankreichs unter deutscher Besatzung standen. Das kleinformatige Werk, etwa 38 mal 25 Zentimeter groß, zeigt ein Frauengesicht in Grautönen, dessen Züge in Picassos unverkennbarem kubistischem Stil bewusst verzerrt sind.

Olivier Widmaier Picasso, Enkel des Künstlers, hält den angesetzten Schätzwert für deutlich zu niedrig. „Es ist weit mehr als eine Million Dollar wert“, sagte er gegenüber CNN. Zum Vergleich: Picassos „Les Femmes d’Alger (Version ‚O‘)“ erzielte 2015 bei einer Auktion mehr als 179 Millionen Dollar.

Picassos Erbe

Die Initiative selbst geht auf eine Freundin Widmaier Picassos zurück. „Sie dachte, es sei eine moderne Vision von Wohltätigkeit – Menschen die Möglichkeit zu geben, ein echtes Kunstwerk meines Großvaters zu erhalten und gleichzeitig an humanitären Aktionen teilzunehmen“, erklärte er. Und er ist überzeugt, dass Pablo Picasso selbst seine Freude daran gehabt hätte. „Mein Großvater war in vielerlei Hinsicht ein Pionier. Er war immer sehr daran interessiert, bei neuen Dingen mitzumachen.“

Was Hodara nun mit seinem Picasso anfängt, bleibt ihm völlig freigestellt. Widmaier Picasso betont, dass jede Entscheidung legitim sei. „Man kann es im Wohnzimmer aufhängen, in einer Ausstellung zeigen – oder es weiterverkaufen.“ Picasso habe seiner Geliebten Marie-Thérèse Walter im Laufe der Jahre zahlreiche Kunstwerke geschenkt – ohne Bedingungen. „Wenn mein Großvater Kunstwerke verschenkte, war das für immer“, so Widmaier Picasso. „Es war eine Entscheidung: Du machst damit, was du willst.“

„1 Picasso für 100 Euro“ wird nun bereits zum dritten Mal ausgerichtet. Die Premiere fand 2013 statt, damals floss der Erlös in die Erhaltung von Tyros, einer historischen Stadt im Südlibanon. Eine zweite Ausgabe folgte 2020, mitten in der Covid-19-Pandemie, und unterstützte Programme für sauberes Wasser und Hygiene.