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Jugendschutz

EU plant neue App zur Alterskontrolle im Internet

EU plant neue App zur Alterskontrolle im Internet
(FOTO: iStock/dolgachov)
2 Min. Lesezeit |

Brüssel setzt auf Technik statt Verbote: Eine neue EU-App soll Minderjährige im Netz schützen – anonym und kostenlos.

Die Europäische Union treibt den digitalen Jugendschutz mit einem konkreten technischen Instrument voran: Eine neue App soll künftig die Altersüberprüfung im Netz ermöglichen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, die Entwicklung des Programms sei weitgehend abgeschlossen. Das Tool soll anonym, kostenlos und geräteübergreifend nutzbar sein.

„Diese App bietet Eltern, Lehrern und Betreuern ein wirksames Instrument zum Schutz von Kindern“, sagte sie. Technologiekommissarin Henna Virkkunen kündigte an, die EU werde die Einführung der verpflichtenden Altersverifikation in den Mitgliedsstaaten koordinieren.

Druck auf Plattformen

Plattformen wie X, TikTok und Instagram geraten international zunehmend unter Druck. Jugendschutzorganisationen werfen diesen Netzwerken vor, Suchtmechanismen zu begünstigen und nicht konsequent genug gegen illegale Inhalte vorzugehen – zum Nachteil von Minderjährigen. In mehreren Ländern wird deshalb über ein Zugangsverbot nach dem Vorbild Australiens diskutiert.

Als Alternative zu einem solchen Verbot gelten automatisierte Alterskontrollen, die den Zugang zu bestimmten Inhalten auf definierte Nutzergruppen beschränken. Die sogenannte „Mini Wallet“ der EU ermöglicht es, die Volljährigkeit zu bestätigen, ohne dabei weitere persönliche Daten offenlegen zu müssen – so erläuterte es ein Vertreter der Kommission.

Rechtlicher Rahmen

Einzelne Plattformen haben bereits damit begonnen, die neue Technologie in ihre Systeme einzubinden. Als rechtlicher Rahmen gilt der europäische Digital Services Act (EU-Gesetz zu Online-Plattformen), der Internetkonzerne verpflichtet, gegen rechtswidrige und schädliche Inhalte aktiv vorzugehen.