Laut Insidern plant die Lufthansa, Mutterkonzern der Austrian Airlines, in den kommenden Jahren rund 20 Prozent ihrer Verwaltungsstellen zu streichen. Wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters mitteilten, steht die exakte Anzahl der betroffenen Arbeitsplätze noch nicht fest. Ein Insider erklärte am Freitag, es dürfte sich um mehrere tausend Positionen handeln.
Der Lufthansa-Konzern beschäftigt derzeit knapp 103.000 Mitarbeiter. „Das soll am Capital Markets Day am Montag angekündigt werden“, verriet eine der Quellen.
Wirtschaftliche Herausforderungen
Der Lufthansa-Konzern wollte die Informationen auf Anfrage nicht kommentieren. Der Airline-Riese sieht sich mit erheblichen Kostenproblemen konfrontiert und hat – anders als viele europäische Wettbewerber – weder bei der angebotenen Kapazität noch bei der Produktivität wieder das Niveau von 2019 vor der Corona-Pandemie erreicht.
Die seit längerem angestrebte Umsatzrendite von 8 Prozent bleibt weiterhin außer Reichweite. Im Vorjahr erwirtschaftete der Konzern lediglich eine Marge von 4,4 Prozent und schnitt damit deutlich schlechter ab als die Konkurrenten IAG (13,8 Prozent) und Air France-KLM (5,1 Prozent). Die Kernsparte Lufthansa Airlines verzeichnete sogar rote Zahlen.
Die dramatische Lage der Kernsparte zeigt sich auch in den aktuellen Quartalszahlen: Im ersten Quartal 2025 verbuchte Lufthansa Airlines noch immer einen Betriebsverlust von 553 Millionen Euro, obwohl sich das Ergebnis bereits verbessert hatte.
Aus diesem Grund wurde bereits vor mehr als einem Jahr das Restrukturierungsprogramm „Turnaround“ ins Leben gerufen, das über 700 verschiedene Maßnahmen zur Kostensenkung und Umsatzsteigerung umfasst. Zwei Drittel der geplanten Effekte sollen durch Kosteneinsparungen erzielt werden, ein Drittel durch höhere Erlöse. Die geplanten Stellenstreichungen in der Verwaltung sind ein zentraler Baustein dieser Strategie.
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