Der Großvater unseres Gesprächspartners ist der große Mario del Monaco, ein weltbekannter Star aus Italien, der dort geradezu eine künstlerische Institution ist. Seinen Namen zu tragen und das Familien- und Künstlergeschlecht weiterzuführen, ist definitiv eine Verpflichtung. Wir haben Mario Pavle gefragt, ob der Name del Monaco manchmal auch eine Last ist oder ob er ihn immer nur mit Stolz trägt.
„Opa Mario war ein zeitloser Künstler, einer der ersten modernen Tenöre, denn er war auch ein leidenschaftlicher Schauspieler. Teilweise ist mein Name wie ein Stempel, ein Vorzeichen für die Zukunft. Er kann Erwartungen wecken, aber ich vermeide fremde Interpretationen. Ich bemühe mich, ich selbst zu sein. Das ist meine Familie, aber ich traue mich nicht, in ihrem Schatten zu bleiben und einen Teil meiner Identität als irgendjemandes Nachkömmling zu definieren, sondern ich will eine Persönlichkeit für mich selbst sein“, lautet seine klare Antwort.
Mario Pavle del Monaco brachte kürzlich im Nationaltheater in Belgrad die Oper „Turandot“ auf die Bühne, die auch im „Madlenianum“ gezeigt wurde. Publikum und Kritiker bewerteten die Aufführung als Event der Saison und der Regisseur erhielt viel Lob für die Einführung von Elementen, die in Belgrad bis dahin unbekannt waren.

„Um ganz ehrlich zu sein, war ich sehr positiv aufgeregt. Als ich noch Student war, habe ich mich immer auf die Arbeit auf großen Bühnen gefreut. Das war für mich eine metaphysische Erfahrung. Die tolle Initiative bzw. Einladung kam vom Direktor der Oper, Nikola Mijailovic, als ich noch in Deutschland war. Er schlug vor, die Oper „Turandot“ auf die Bühne des Nationaltheaters zurückzubringen, d.h. nach fast 50 Jahren eine neue Produktion zu machen. An diesem Theater hatte ich meine ersten Bühnenerfahrungen gemacht, dorthin war ich mit meiner Oma gegangen, um meine Mutter, die Primadonna Dragana del Monaco, in Opern wie ’Troubadour’, ’Carmen’, Don Carlos’ und vielen anderen zu hören.“
,,Sie war vielleicht der wichtigste Faktor für die Entwicklung meiner Sensibilität und Liebe zur klassischen Musik und zur Kunst überhaupt. In dem Theater und in dem Staat, in dem ich aufgewachsen bin, konnte ich schließlich mit Kollegen zusammenarbeiten, die ich seit meiner Kindheit kannte. Alle haben mich großartig aufgenommen, angefangen von den Korrepetitoren, dem Chor über das Orchester, die Solisten und die Technik bis hin zu allen anderen Kollegen. Ich freue mich unbeschreiblich, dass die Oper so ein Erfolg geworden ist, denn ich möchte die Menschen wieder in die magische Welt des Theaters ziehen, aber nicht nur in die des Dramas, sondern vor allem in die der Oper, da ich in Belgrad aufgewachsen bin. Und ich liebe Belgrad, obwohl ich in Rom geboren bin“, betont der neue Star der Belgrader Kunstszene.