Wien rüstet sich für eine Schlüsselrolle beim Wiederaufbau der Ukraine – mit einer Konferenz, die Österreich als Energiedrehscheibe etablieren soll.
Über vier Jahre Krieg haben den Energiesektor der Ukraine schwer in Mitleidenschaft gezogen. Besonders in den Regionen Mykolajiw, Cherson und Odessa bleibt die Versorgungslage angespannt, weshalb weiterhin technische Unterstützung von außen benötigt wird.
Die NEOS-Außenministerin sieht im Wiederaufbau der Ukraine zugleich erhebliche Chancen für österreichische Unternehmen. Aus dem Außenministerium heißt es, österreichisches Know-how sei gerade beim Wiederaufbau des ukrainischen Energiesektors „sehr gefragt“. Bereits tausend österreichische Unternehmen sind in der Ukraine tätig, davon 200 mit Repräsentanzen.
Wiener Energiekonferenz
Eine in Wien geplante Konferenz könnte nun konkrete Antworten liefern. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger und der stellvertretende ukrainische Premier- und Energieminister Denys Shmyhal haben sich darauf verständigt, in der österreichischen Bundeshauptstadt „eine große internationale Konferenz zur Resilienz im Energiebereich“ auszurichten. Meinl-Reisinger ist überzeugt, dass das Treffen „Wien als Konferenzstandort und Österreich als Drehscheibe für den Wiederaufbau in der Ukraine“ weiter stärken werde.
„Österreich bleibt ein verlässlicher Partner der Ukraine – politisch, aber auch wirtschaftlich“, so Meinl-Reisinger. Die Außenministerin verwies dabei auf die massiven Schäden, die russische Angriffe an der ukrainischen Energieinfrastruktur hinterlassen haben.
Agenda & Termine
Ein konkretes Datum steht noch nicht fest, angepeilt wird jedoch ein Termin „zwischen den nächsten Ukraine Recovery Conferences in Polen und Estland“. Die genaue Terminisierung soll in den kommenden Wochen erfolgen.
Inhaltlich sollen bei der Konferenz kurzfristige Maßnahmen zur Absicherung der ukrainischen Energieversorgung im Mittelpunkt stehen – mit Blick auf den bevorstehenden Winter kommt diesem Aspekt besondere Dringlichkeit zu. Darüber hinaus stehen der mittel- bis langfristige Wiederaufbau sowie die strukturelle Transformation des Energiesektors auf der Agenda. Ein weiterer Schwerpunkt soll auf der verstärkten Zusammenarbeit bei der Dezentralisierung der Energieversorgung liegen.