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Umweltschutz

Millionen Batterien im Restmüll: Kommt jetzt die Pfand-Revolution?

Millionen Batterien im Restmüll: Kommt jetzt die Pfand-Revolution?
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Millionen Lithiumbatterien im Restmüll, Brände in Abfallzentren – die EU reagiert mit strengeren Regeln. Ab 2025 müssen Hersteller für einfachen Austausch und kostenlose Rücknahme sorgen.

Die Europäische Union verschärft ab 18. August 2025 ihre Regeln für Batterien mit der neuen Verordnung EU 2023/1542. Diese umfasst strengere Vorgaben entlang des gesamten Lebenszyklus – von der Produktion über die Verwendung bis zur Entsorgung und Wiederverwertung. Das Kernziel ist die Etablierung eines ressourcenschonenden Kreislaufsystems. Die Sammelquote für Altbatterien soll bis zum Ende des Jahrzehnts auf 73 Prozent angehoben werden.

Besonders im Blickpunkt stehen die in Mobiltelefonen, Notebooks und Haushaltsgeräten verbauten Gerätebatterien. Diese müssen künftig so konzipiert sein, dass sie problemlos ausgetauscht werden können – ein wesentlicher Beitrag zur Verlängerung der Produktlebensdauer und zur Reduzierung von Elektronikabfall. Die Rückgabe ausgedienter Batterien wird deutlich vereinfacht, da Hersteller verpflichtet werden, ein flächendeckendes und kostenloses Rücknahmesystem für sämtliche Batteriearten zu schaffen.

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Entsorgungsprobleme lösen

Die Neuregelung erfasst erstmals auch moderne Energiespeicher wie Lithium-Ionen-Akkus aus Elektrofahrrädern, E-Scootern und Elektroautos. Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig sieht hier besondere Herausforderungen: „Wir sehen, dass es Probleme gibt, weil viele Akkus falsch entsorgt werden. Sie werden in den Müll geworfen oder in den gelben Sack und das führt da und dort – vor allem in den Abfallzentren oder Sammelzentren – zu Bränden.“ In Österreich landen jährlich etwa drei Millionen Lithiumbatterien im Restmüll, was erhebliche Sicherheitsrisiken mit sich bringt.

Für leichte Verkehrsmittel wie E-Bikes und E-Scooter gelten im Rahmen der EU-Verordnung gestaffelte Sammelziele von 51 Prozent bis 2028, die bis 2031 auf 61 Prozent erhöht werden sollen. Diese differenzierte Regelung trägt der wachsenden Verbreitung elektrischer Mobilitätslösungen Rechnung.

Pfandsystem möglich

Obwohl die aktuelle EU-Verordnung noch kein verbindliches Pfandsystem für Batterien vorsieht, wird diese Option intensiv geprüft. Die Kommission plant bis Ende 2027 eine Bewertung, ob und in welcher Form ein solches System – auf europäischer oder nationaler Ebene – implementiert werden könnte. „Dann werden Vorschläge an die Mitgliedsländer unterbreitet“, erklärte Totschnig im Gespräch mit „Heute“. Er fügte hinzu: „Das ist ein echtes Thema und deswegen schauen wir uns das genau an, welche Antworten wir da auf nationaler Ebene finden. Wir werden Lösungen erarbeiten.“ Dabei müssten praktische Aspekte wie die Organisation der Rückgabe und mögliche Sanktionen bei Verstößen berücksichtigt werden. Ein österreichischer Alleingang sei jedoch nicht geplant.

Der Gedanke eines Batteriepfands ist bereits im aktuellen Regierungsprogramm von ÖVP, SPÖ und NEOS verankert. Dort wird eine „Evaluierung der Einführung geeigneter Anreizmechanismen für die Rückgabe von Altakkus und Altbatterien“ erwähnt.

Somit könnte ein Pfandsystem für Batterien auch in Österreich Wirklichkeit werden.