Trotz 25 Cent Pfand pro Flasche kehren nur 48 Prozent der PET-Flaschen zurück in die Automaten. Österreichs ambitioniertes Recyclingziel von 80 Prozent bis 2025 bleibt eine Herausforderung.
Nur knapp die Hälfte aller PET-Flaschen finden in Österreich den Weg zurück zu den Rückgabe-Automaten, obwohl das mit 25 Cent pro Flasche dotierte Pfandsystem bei der Bevölkerung grundsätzlich gut ankommt. Recycling Pfand Austria verzeichnet nach einem halben Jahr eine Rückgabequote von 48 Prozent. Von den rund 880 Millionen Pfandgebinden, die seit Einführung des Systems in Umlauf gebracht wurden, landeten lediglich 357 Millionen wieder in den Automaten – das entspricht einer Quote von 40,57 Prozent.
Damit liegt Österreich noch deutlich unter dem angestrebten Ziel, bis Ende 2025 eine Sammelquote von 80 Prozent zu erreichen. Eine aktuelle repräsentative Erhebung zeigt, dass sich jeder fünfte Befragte auch ein halbes Jahr nach Start des Pfandsystems noch unzureichend informiert fühlt.
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Rückgabe-Verzögerung
Der Weg einer Pfandflasche vom Verkauf bis zur Rückgabe dauert durchschnittlich sieben bis acht Wochen – gerechnet ab dem Zeitpunkt der Auslieferung. In Wien wurden bis Ende Juni 86 Millionen Pfandflaschen zurückgegeben, österreichweit waren es insgesamt 357 Millionen.
Optimistische Prognose
Trotz der aktuell niedrigen Rückgabequote gibt sich Recycling Pfand Austria zuversichtlich. Das Unternehmen betont, dass bei einer Gesamtbetrachtung – unter Einbeziehung jener Mengen, die sich noch im Umlauf zwischen Produktion und Handel oder in den Haushalten der Verbraucher befinden – das Erreichen der 80-Prozent-Marke bis Ende 2025 durchaus realistisch sei.
Die Gründe für die momentan verhaltene Rückgabequote – sei es Bequemlichkeit, Unwissenheit oder andere Faktoren – lassen sich nicht eindeutig bestimmen.
Dennoch hält Recycling Pfand Austria an seiner positiven Prognose fest und sieht das Sammelziel von 80 Prozent bis Jahresende in greifbarer Nähe.
Erfolgreiche Vorbilder in Europa
Ein Blick zu den Nachbarländern zeigt, was möglich ist: In Deutschland liegt die Rückgabequote für Einwegpfandflaschen seit 2003 konstant bei über 98 Prozent. Dort sorgen eine flächendeckende Infrastruktur von Rückgabeautomaten, konsequente Pfandpflicht für nahezu alle Getränkebehälter und intensive Informationskampagnen für den Erfolg des Systems.
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Auch Schweden und Norwegen erreichen Rücklaufquoten von über 85 Prozent. Als zentrale Erfolgsfaktoren gelten dort vor allem die einfache Rückgabemöglichkeit im Einzelhandel sowie gezielte Öffentlichkeitsarbeit.
Für die Steigerung der österreichischen Pfandquote empfehlen Experten die Ausweitung der Rücknahmestellen, eine Vereinfachung der Rückgabeprozesse und verstärkte Informationsmaßnahmen. Die Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass eine konsequente Einbindung des Handels und regelmäßige Aufklärungskampagnen entscheidend zur Erreichung ambitionierter Sammelziele beitragen können.