Bikini, Badehose, nackter Oberkörper – und plötzlich droht ein Bußgeld. In Zadar erinnern neue Schilder an eine Regel, die bereits seit 2022 gilt.
In der historischen Altstadt von Zadar sind neue Hinweisschilder zum sogenannten „Old Town Dress Code“ angebracht worden. Sie sollen Besucher darauf aufmerksam machen, dass Badebekleidung, ein nackter Oberkörper oder eine lediglich teilweise Bekleidung im historischen Zentrum verboten sind. Wer eine Aufforderung der städtischen Ordnungskräfte ignoriert, riskiert laut Stadtverwaltung ein Bußgeld von 130 Euro.
Die entsprechende Regelung wurde im November 2022 beschlossen. Als Mindestbekleidung gelten kurze Hosen oder ein Rock sowie ein Hemd, T-Shirt oder Oberteil mit oder ohne Träger. Die neuen Schilder wurden an wichtigen Zugängen zur historischen Altstadt aufgestellt, enthalten jedoch keine konkrete Angabe zur Höhe der möglichen Geldstrafe.
Wie wenig bekannt die Regel bei manchen Urlaubern noch immer ist, zeigte eine Begegnung eines RTL-Teams auf dem Hauptplatz von Zadar. Dort war ein junger Pole mit nacktem Oberkörper unterwegs. Als er auf die Warnhinweise an den Eingängen zur Altstadt aufmerksam gemacht wurde, reagierte er überrascht. Seine weiblichen Begleiterinnen hatten zuvor bereits T-Shirts über ihre Badeanzüge gezogen.
Klare Ansage
Bei vielen Einwohnern stößt die Kleiderregel auf Zustimmung. Der Zadraner Seemann Venci Jurin beklagte gegenüber RTL, dass in der Innenstadt regelmäßig Menschen mit nacktem Oberkörper oder äußerst knapper Badebekleidung unterwegs seien. Wer viel reise, wisse seiner Ansicht nach, dass vergleichbare Regeln auch in anderen historischen Städten üblich seien.
Auch Mario Josip Škibola sprach sich für ein konsequentes Vorgehen aus. Besonders störe ihn, dass Familien mit kleinen Kindern in der Altstadt immer wieder mit äußerst freizügig gekleideten Besuchern konfrontiert würden. Zadar sei eine Kulturstadt, deren historisches Zentrum einen angemessenen Umgang verdiene.
Ähnlich äußerte sich Marino Viduka. Badeanzüge und Badehosen seien für den Strand gedacht und nicht für Geschäfte oder einen Spaziergang durch die Innenstadt. Für Besucher sei es schließlich ohne großen Aufwand möglich, ein T-Shirt, ein Kleid oder eine andere leichte Bekleidung überzuziehen.
Die Stadt betont zugleich, dass nicht sofort gestraft werden soll. Kommunale Ordnungskräfte sprechen zunächst eine mündliche Verwarnung aus. Erst wenn sich eine Person weigert, sich angemessen zu bekleiden, kann eine Geldstrafe von 130 Euro verhängt werden.
Dalmatiens Bußgelder
Zadar steht mit derartigen Vorschriften nicht allein. Auch Split untersagt es, sich außerhalb von Stränden und Badebereichen in Badebekleidung, Unterwäsche oder ohne Kleidung auf öffentlichen Flächen aufzuhalten. Für Privatpersonen ist dort eine Geldstrafe von 150 Euro vorgesehen.
In der historischen Altstadt von Dubrovnik ist das Herumlaufen in Badebekleidung, ohne Kleidung oder ohne einzelne Kleidungsstücke ebenfalls verboten. Nach der derzeit veröffentlichten kommunalen Verordnung kann eine Privatperson dafür mit 260 Euro bestraft werden.
Für Hvar werden häufig noch Beträge von 500 Euro für einen nackten Oberkörper und 600 Euro für Badebekleidung genannt. Diese Angaben gehen jedoch auf Warnschilder und Medienberichte aus dem Jahr 2017 zurück. Eine eindeutig belegte aktuelle Rechtsgrundlage für genau diese Strafhöhen im Jahr 2026 ist öffentlich nicht klar dokumentiert.